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Grüße von den Färöern, aus MV und Greifswald zum 35. Nordischen Klang

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Liebe Festivalgäste

Es ist mir eine große Ehre und Freude, diesen Gruß zum 35. Nordischen Klang zu überbringen. 

Es ist erfreulich, dass auch die kleineren nordischen Länder bei diesem renommierten Festival vertreten sind, das mit einem breiten künstlerischen Spektrum Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg schafft. Dieses Mal haben die Färöer die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, die Co-Schirmherrschaft zu übernehmen. Dänemark ist Partnerland des Festivals.

Dänemark und die Färöer haben in diesem Jahr gemeinsam den Vorsitz des Nordischen Ministerrats inne. Hier setzen wir u.a. auf kulturelle Aufrüstung und auf die Weiterentwicklung der Kulturwirtschaft. Der Nordische Klang bietet eine fantastische Gelegenheit zum Austausch von Kunst und Kultur. Der kulturelle Austausch ist ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern und eine gute Möglichkeit, um Dialog, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis in einer Zeit zu schaffen, in der Demokratie und freie Kultur vor neuen und ernsthaften Herausforderungen stehen.

Die Teilnahme am Nordischen Klang ist für uns im Norden sehr sinnvoll. Deutschland wird von vielen als die kulturelle Wiege Europas bezeichnet – ein spannendes Land mit großem Engagement und Respekt für Kunst und Kultur. Das anhaltende Interesse Deutschlands an den nordischen Sprachen und Kulturen ist ein starkes Zeugnis unserer gemeinsamen kulturellen Wurzeln und Werte. Das Institut für Fennistik und Skandinavistik an der Universität Greifswald ist mit seinen Studien zu nordeuropäischen Sprachen und Kulturen seit Jahrhunderten eine wichtige Institution für unsere Zusammengehörigkeit.

Mitten im Nordatlantik liegen die Färöer, ein Land, das auf einer Mischung aus Tradition, Moderne und globaler Weitsicht basiert. Die färöische Kunst und die lebendige färöische Kultur tragen dazu bei, die Färöer auf die Weltkarte zu setzen. Innerhalb der Färöer spielen unser reiches kulturelles Leben und unser kulturelles Erbe eine wichtige Rolle für Bildung, Demokratie, Zusammenhalt und Vielfalt. Unsere Künstlerinnen und Künstler entspringen einer Natur und einer Kultur, die einzigartig und unverwechselbar sind, und ich hoffe, dass sie auf bereichernde Weise zum anspruchsvollen Programm des Nordischen Klangs beitragen werden.

Mit diesen Worten möchte ich mich bei allen bedanken, die das Festival mit viel Arbeit und Leidenschaft auch in diesem Jahr wieder möglich gemacht haben. Ich wünsche allen inspirierende und unvergessliche Tage mit starken künstlerischen Erlebnissen, sowie mit neuen Verbindungen zwischen den nordischen Ländern und Deutschland.

Sirið Stenberg

Färöische Ministerin für auswärtige Angelegenheiten und Kultur

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Liebe Freundinnen und Freunde des Nordischen Klangs,

herzlichen Glückwunsch zum 35. Jubiläum! Seit über drei Jahrzehnten bringt dieses einzigartige Festival Lebensfreude, Musik und Kunst Nordeuropas nach Greifswald. Dieses Jahr ist Dänemark unser Partnerland. Gemeinsam mit der färöischen Kulturministerin Sirið Stenberg habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen. Was 1991 als kleines Uni‑Projekt begann, ist heute ein internationales Aushängeschild. Generationen von Künstlerinnen und Künstlern haben den Nordischen Klang mit viel Leidenschaft geprägt. Kein Wunder, dass im vergangenen Jahr rund 9.000 Menschen mitgefeiert haben!

Auch 2026 wird es abwechslungsreich: Pop, Jazz, Folk oder Barock - vom 8. bis 17. Mai zeigen rund 120 Kunstschaffende aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Island, den Färöern, Finnland und Estland sowie Deutschland die ganze Bandbreite nordischer Kunst. Freuen Sie sich auf die festliche Eröffnung mit der dänischen Sängerin Gitte Hænning, die zu ihrem 80. Geburtstag auftritt. Dazu kommen Ausstellungen, Filme, Theater, ein Kinderprogramm und Beiträge der Universität Greifswald – für alle ist etwas dabei!

Herzlichen Dank allen, die dieses Festival seit 35 Jahren mit viel Herzblut gestalten – vom Institut für Fennistik und Skandinavistik über den Kulturverein Nordischer Klang e. V. bis zu allen Förderinnen, Förderern und Helferinnen und Helfern. Ich wünsche dem Nordischen Klang viele weitere erfolgreiche Jahre und allen Beteiligten unvergessliche Festivaltage. Viel Spaß beim Feiern!

Ihre

Manuela Schwesig

Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg‑Vorpommern

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Beständigkeit, Erneuerung und der 35. Nordische Klang

Das Festival Nordischer Klang ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Erneuerung und Beständigkeit Hand in Hand gehen und wie ersteres geradezu eine Voraussetzung für letzteres ist. Dieser Grundgedanke spiegelt sich auch 2026 in zahlreichen Programmpunkten wider, sowohl thematisch als auch exemplarisch.

Unser nördlicher Nachbar Dänemark schlüpft zur 35. Festivalausgabe schon zum sechsten Mal in die Rolle des Partnerlandes. Neu ist allerdings, dass die Schirmherrschaft nicht beim Mutterland der dänischen Reichsgemeinschaft liegt, sondern erstmals bei den Färöer-Inseln, die wie Grönland autonomes Mitglied dieser Gemeinschaft sind. Dänemark und die Färöer haben unter dem Motto Strong ties in changing times in diesem Jahr erstmals gemeinsam die Präsidentschaft des Nordischen Ministerrates übernommen. Dies ist gleichsam als Signal zur Erneuerung der nordischen Zusammenarbeit zu verstehen, in der – so das Angebot der Präsidentschaft – zukünftig die beiden autonomen Regionen Dänemarks wie auch die finnischen ålandinseln als gleichberechtigte Vollmitglieder des Rates etabliert werden könnten.

Die Herausforderungen für eine Erneuerung bestehender Kooperationen gehen auch für die Nordischen Länder inzwischen weit über den Ostseeraum hinaus, weshalb der Nordische Klang in seiner jährlichen Podiumsveranstaltung das Thema Zukunft(en) des Nordatlantiks – Die Arktisregion im Fokus aufgreifen wird. Der nördliche Nordatlantik und die Arktis haben in jüngster Zeit sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dafür gibt es verschiedene, miteinander verknüpfte Gründe, die von der Unvorhersehbarkeit der amerikanischen Außenpolitik bis hin zu den bereits erkennbaren und absehbaren Folgen des Klimawandels reichen und die den Zugang zur Region und damit auch ihre strategische Bedeutung verändern. Expert*innen informieren vor diesem Hintergrund über die aktuelle gesellschaftliche Situation auf Island, Grönland und den Färöer-Inseln. Natürlich ermöglicht das Festivalprogramm auch inspirierende Begegnungen mit der atemberaubenden Natur und mit der vielfältigen Kultur der färöischen Inselgruppe.  Neben einer Fotoausstellung und einem Spielfilm dürfen wir uns auch auf ein Konzert mit einer färöisch-kenianischen Künstlerin freuen.

Als ein Sinnbild für die Verbindung zwischen Erneuerung und Beständigkeit kann auch das Plakatmotiv der Festivalausgabe 2026 dienen. Um die widerstandfähige Wiesenmargerite, die erst 1987 zur inoffiziellen Nationalblume Dänemarks gewählt wurde, ragen sich viele Legenden. Diese reichen von den floralen Vorlieben und (Spitz)Namen verschiedener Königshausmitglieder bis hin zur Pflanzenmythologie, derzufolge das Gewächs u.a. Schutz vor Lügen bieten solle. Im Zeitalter „alternativer Fakten“ ein durchaus verlockendes Anwendungsgebiet! Dass sich auf dem Plakat alle Farben der drei Landesflaggen der dänischen Reichsgemeinschaft widerspiegeln, ist der alten Technik der Zyanotypie zu verdanken, in der sich die Blüte bläulich präsentiert.  Wie der Nordische Klang erblüht übrigens auch die dänische Wiesenmargerite jedes Jahr im Mai. Selbst der Umstand, dass aus nur einer Pflanze eine Vielzahl von Blüten erwächst, die verschiedenste Nektarsammler auf ihrer Nahrungssuche anlocken, kann in bester Weise sinnbildlich auf unser Festival übertragen werden. Mit Konzerten, in denen von Popmusik über Jazz und Groove bis hin zu Folk und Barockmusik unterschiedlichste Genres präsentiert werden, mit Filmen, Slapstick-Theater, Lesungen, Ausstellungen, einem Kinderprogramm und mit wissenschaftlichen Formaten macht der Nordische Klang auch 2026 wieder rund 40 Begegnungsangebote.

Schwärmen Sie also mit uns aus und laben Sie sich am Nektar der farbenfrohen Kulturen des Nordens.

Dr. Stefan Fassbinder | Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Prof. Dr. Katharina Riedel | Rektorin der Universität Greifswald

Prof. Dr. Marko Pantermöller |  Leiter des Festivals 2026