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„Ich will alles“ - Und wir wollen Gitte!

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Am 8. Mai 2026 wurde der Nordische Klang in der Stadthalle feierlich mit Songs der färöischen Soulsängerin jazzygold eröffnet. Im anschließenden abendfüllenden Konzert trat der dänisch-deutsche Star Gitte Hænning auf. Zu den eingeladenen Gästen gehörte unter anderem die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig, die, wie sie sagte, selber ein großer Fan von Gitte sei. Auch der Botschafter der Königlich-Dänischen Botschaft Berlin, Thomas Østrup Møller, nahm im Publikum Platz.

Bei ihrem Konzert begeisterte die dänische Musikerin den ausverkauften Saal mit Jazz und einem Querschnitt ihrer größten Hits in Dänemark und Deutschland. Gitte Hænning ist eine Pop- und Jazzsängerin, die in ihrem Heimatland bereits als Kind auf der Bühne stand. Dort wurde sie bald ein Star, sogar mit Ausstrahlung nach Schweden.

Schon Ende der 1950er Jahre kam sie nach Deutschland und erfuhr hier ihren Durchbuch mit dem Nummer-Eins-Hit „Ich will nen Cowboy als Mann“. Noch heute steht die im Juni 80 Jahre alt gewordene Sängerin und Filmkomödiantin auf deutschen Bühnen und singt. Ebenso ist sie ein beliebter Fernsehgast in Talk-, Quiz- und Schlagershows.

Angekündigt wurde sie mit den Worten „Man fühlt sich abgeholt und inspiriert“. Doch Gitte kam nicht als „Gitte“ auf die Bühne, sondern als „Jette“, eine Figur, die sie entwickelt hatte und nun in ihren Konzerten verkörpert. Auf die Bühne trat sie im ersten Konzertteil sehr jugendlich gekleidet in einem Joggingdress mit blauer Hose und orangener Jacke. Jette erklärte, dass Gitte in den falschen Zug gestiegen sei und sich nun auf dem Weg nach Rom befände, weshalb Jette einspringen müsse. Dies löste große Heiterkeit im Publikum aus. Danach stellt sie ihre musikalische Begleitung vor: Den deutschen Jazzpianisten Sebastian Weiss am Flügel und den dänischen Jazzmusiker Andreas Lang am Kontrabass. 

Sie stimmte das erste Lied an: „It don‘t mean a thing if it ain‘t got that swing“ von Duke Elligton – sozusagen die Hymne der Essent des Jazz. Großer Applaus!

Die meisten Lieder der ersten Hälfte sang Jette auf Deutsch, wie „Hallo, wie geht es Robert“ oder „So schön kann doch kein Mann sein“. Songs, bei denen das Publikum teilweise den Text kannte und einstimmte. Auch das Lied „Angel from Montgomery“, in dem der Pianist sie auch gesanglich begleitete, begeisterte die Zuhörenden; die Saaldecke wurde in bunten Farben beleuchtet, später wechselte es zu Rot.

Nach dem Lied „Unterwasser Cha-Cha“ erzählte Jette etwas aus Gittes Leben, zum Beispiel, dass sie als Kinderstar eigentlich noch gar nicht singen wollte, aber damals auch noch nicht wusste, was sie im Leben vorhätte.

Auch beim letzten Lied vor der zweiten Konzerthälfte wurden die Zuschauer*innen eingeladen, mitzusingen. So sang der Saal gemeinsam „Freu dich bloß nicht zu früh“, bevor Jette allen eine schöne Pause wünschte.

Während der Pause tauschte sich das Publikum über das Gehörte aus und bezeichnete es als „richtig cool“, manche informierten sich auch im Internet über sie, während andere sie und ihre Musik schon länger zu kennen schienen.

Nach ungefähr 20 Minuten betrat Gitte wieder die Bühne, nun als sie selbst und ganz in weiß gekleidet. Über Jette sagte sie, sie sei eine kleine Erfrischung. Die zweite Hälfte begann sie mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ zuerst auf Deutsch, dann auch auf Dänisch, ihrer Muttersprache. Nach weiteren Liedern auf Englisch und Deutsch erzählte Gitte, dass sie gebeten wurde, auch auf Dänisches zum Besten zu geben, was sie natürlich gerne macht. Dazu erzählte sie Einiges über Dänemark und Skandinavien allgemein, wieso man Kindern auf Augenhöhe begegnet und warum skandinavische Frauen so stark seien. Dennoch könnten die Leute in Dänemark laut ihr trotzdem sehr prüde sein. Dann begann sie mit dem ersten Lied, das sie vollständig auf Dänisch sang, „Dansevise“ von dem Duo Grethe und Jørgen Ingmann, das den ESC 1963 in London gewonnen hatte.

Humoristisches war fester Bestandteil ihres Programms: Sie erzählte, dass sie seit den 1980er aufgegeben hatte, die Texte zu lernen, weshalb sie die Songs von einem Stativ ablas. Am Konzertende lud Gitte ein, bei ihrem bekannten Lied „Ich will alles“ ein weiteres Mal mitzusingen. Darauf folgte großer und langer Applaus und zwei Helfende des Nordischen Klangs überreichten der dänischen Sängerin Blumen zum Dank. Als Zugabe sang sie den Song, der sie in Deutschland bekannt machte: „Ich will ‘nen Cowboy als Mann“, sowie für das Dänisch-sprechende Publikum „Ta‘ Med Ud Og Fisk“. Darauf folgte erneut ein enthusiastischer Applaus, der auch anhielt, als Gitte und ihre Begleiter bereits von der Bühne gegangen waren. Vom Publikum war allgemein enorme Begeisterung vor, während und nach Verlassen des Saals zu spüren.

Text: Jakow Berlekamp
Fotos: M.-L. Westfeld