Der Palast
Oper von Aulis Sallinen
Libretto von Irene Dische und Hans Magnus Enzensberger

Freitag, 30.4.
19:30

 

Theater Greifswald
Anklamer Str. 106
Kartenvorverkauf
(0)3834/572255

 

Anschließend
Premierenfeier

Am bizarren Hof des Herrschers macht sich Unruhe breit. Nicht nur wegen einer ominösen Krankheit des Bassa oder den Anzeichen des schleichenden Verfalls, mehr noch wegen der Heimkehr Valmontes, eines vorgeblichen Astrologen. Der setzt nämlich vor allem den beiden Hofdamen Constance und Kitty Flausen von einem freien, zügellosen Leben jenseits der Staatsgrenze in den Kopf. Schnell wird er zum königlichen Türsteher und "Sekretär für zukünftige Angelegenheiten" befördert. Von da ist es nicht mehr weit bis in die höheren Etagen der Macht. Am Ende wandert der Bassa ins Gefängnis, die Hofdamen wollen sich in die sogenannte Freiheit aufmachen, und Valmonte läßt sich auf dem Thron des entmachteten Herrschers nieder- alles kann von vorn beginnen... Aulis Sallinen (*1935) gehört zu den renommiertesten Komponisten der Gegenwart, nicht nur in seiner Heimat Finnland, sondern weltweit. Seine Oper "Der Palast" wurde 1995 bei den Savonlinna Opernfestspielen uraufgeführt und erlebt nun am Theater Vorpommern die deutsche Erstaufführung.
Das Libretto für dieses Bühnenwerk in einem Prolog und drei Akten schrieb der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger zusammen mit der amerikanischen Autorin Irene Dische. Als eine Parabel der Macht und eine Reflexion über das groteske Zeremoniell von Herrschaft greift es Anregungen von zwei sehr verschiedenen Werken auf, die ebenfalls diesen Fragen nachgehen. Das wäre zum einen Mozarts "Entführung aus dem Serail" und zum anderen Ryszard Kapuscinkis "König der Könige", ein Buch über das Ende des äthiopischen Kaisers Haile Selassie.
Aulis Sallinens Musik ist ein Glücksfall für das Sujet. Jedes Mittel scheint ihm recht zur klanglichen Stützung einer Handlung, die nichts weiter will, als in spielerischer Weise die Deformation durch Macht und eine Welt in lächerlichen Posen zu zeigen. So entstand ein sehr melodisches Werk mit einem guten Schuß Ironie, in dem man Mozart ebenso wiederbegegnet wie dem Jazz.

Musikalische Leitung Gerd Herklotz - Inszenierung Robert Lehmeier - Bühnenbild Tom Musch - Kostüme Ingeborg Bernerth - Choreinstudierung Frank-Udo Schulze

Mit Heike Grötzinger, Karin Skala, Christina Winkel, Bruno Auch, Matthias Degen, Hagen Erkrath, Kai Günther, Uwe Salzmann, Jörg Simon, Christian Voigt, Friedemann Willert sowie dem Opernchor und dem Philharmonischen Orchester des Theaters Vorpommern.

 

 

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