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August
Strindberg und die Fotografie |
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| Ausstellungseröffnung Montag, 3.5. 17:00 Universitätsbibliothek Am Schießwall 4 a Tel. (0)3834/861555 |
Der schwedische Schriftsteller August Strindberg (1849-1912) gilt heute vor allem als Revolutionär des Theaters. Daß er neben seiner umfangreichen literarischen Produktion auch malte und fotografierte, ist nur wenig bekannt. Dabei lassen seine Gemälde den Vorläufer einer expressiven Abstraktion erkennen, und seine Experimente mit der Fotografie führten zu einigen Frühformen des Fotogramms. Darüber hinaus sah Strindberg in der Fotografie ein Medium der psychologischen Inszenierung und auch Maskierung. Wie bei einem Dramatiker kaum anders zu erwarten, setzte er sich immer wieder selbst in Szene, so in zahlreichen Selbstporträts, die vor allem in den 1880er Jahren entstanden, und noch einmal kurz nach der Jahrhundertwende. Sie zeigen ihn als Schriftsteller, aber auch als Familienvater und als Gärtner, sogar als "Nihilisten". Strindbergs Beschäftigung mit der Fotografie steht in engem Zusammenhang mit seinem Interesse für die Naturwissenschaften, insbesondere für die Chemie und die Botanik. So schreib er u.a. Texte über Röntgenstrahlen, Farbfotografie und über die 'Goldsynthese'. Okkultistische Neigungen korrespondierten mit wissenschaftlichen Experimenten, fragmentarische Sinneseindrücke wurden in Beziehung gesetzt zu den Ähnlichkeiten der Formen in der Natur. All das zeigt den Künstler als medienbewußten Visionär: stets auf der Suche nach dem Elementaren, stieß er doch immer wieder auf dessen Komplexität, wobei ihm Kunst und Wissenschaft als analoge Verfahren der Erkenntnis. Die von Thomas Fechner-Smarsly und dem Strindberg-Museum Stockholm zusammengestelle Ausstellung umfaßt ca. 60 Fotografien, in der Hauptsache (Selbst-) Porträts von Strindberg und der Familie, aber auch einige der "Fotogramme" (Kristallografien und Celestografien) und der "Wolkenbilder" sowie einige wenige Aufnahmen Strindbergs von anderen Fotografen. |
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