Oh, Dänemark
Collage von Olav Harsløf

Sonnabend, 1.5.
19:30
Theater Greifswald Anklamer Str. 106 Kartenvorverkauf (0)3834/572255

Einen höchst unterhaltsamen Versuch, die dänische Mentalität zu umkreisen, bietet diese Collage aus Film, Monologen und Musik. Zusammengestellt hat sie der Autor und Kulturhistoriker Olav Harsløf, der auch durch das Programm führen wird. Den Anfang macht die Olsenbande, die Ende vorigen Jahres in ihrem 14. Film zum unwiderruflich letztenmal, den großen Coup wagte. Der ausgewählte Filmausschnitt aus "Die Olsenbande sieht rot" zeigt einen absoluten Höhepunkt im kriminellen Schaffen des Ganoventrios, dessen raffinierte Pläne immer wieder an der eigenen Genialität und unglücklichen Zufällen scheitern. Im hellhörigen Keller unter dem Königlichen Theater, dem dänischen Kulturheiligtum, knackt die Bande den Tresor, während oben die Ouvertüre von Kuhlaus dänischer Nationaloper "Elverhøi" aufgeführt wird. Dies zwingt die Einbrecher mindestens ebenso minutiös konzertant zu Werke zu gehen wie das Königliche Orchester. Dann folgen, gelesen von Anne Osterloh, vier Gedichtmonologe von Per Højholt, die die dänische Volksseeele ins Schwarze treffen; "Gittes Monologe" über: "Dänemark", "Die Krise in der Landwirtschaft", "Die Freiheit" und "Die Natur". Højholt hatte als Lyriker ein spektakuläres sprachexperimentelles Œuvre hinter sich, als er 1981 mit kabarettistischen Rollentexten wie den hier vorgestellten durch die Lande reiste. In ungebremsten Plauder-Redestrom gibt hier eine Hausfrau aus dem Mitteljütländischen zum besten, wie sie die Welt sieht. Seitdem hat wohl kaum jemand in Dänemark Gitte und den kauzigen Avantgarde-Autor Højholt nicht ins Herz geschlossen. Zum Schluß hören und sehen (!) wir "Tale for tuba" des Komponisten Sven Erik Werner. Dänisch gelesen bedeutet der Titel "Rede für Tuba", auf Englisch aber "Märchen für Tuba". Sven Erik Werner gehörte in den 60ern zur jungen modernistischen Komponistengeneration und hat sich seitdem mit originellen und witzigen Werken einen Namen gemacht. "Tale for tuba" wird aufgeführt vom Solotubaisten des Odense Symphonieorchesters, Jørgen Voigt Arnsted, der sich auf einem rollenden Bürostuhl hinter fünf Notenstativen durch Werners pfiffige Tonlandschaft singt und tutet.

 

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