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Oh, Gott der Männer und Rentiere, erbarme Dich unser

Einsam nahen uns die Nächte, / einsam dämmern auf die Tage, / Einsam entsprang Väinämöinen, / einsam wurden Urgesänge.

Mit diesen Versen begann vor 175 Jahren Elias Lönnrot die Erzählung des Kalevala. Der Wanderer durch endlose Einöden bewältigt sein Leben mit Hilfe von Beschwörungen und Zaubersprüchen. Und siehe, der Gott der Männer und Rentiere erbarmt sich, und der Mann verwandelt sich in einen Hirtenjungen, in einen Hemdenmatz, in einen Klingenhelden und in eine Trauerkleidung tragende Jungfrau. Zu Ehren des Festjahres anlässlich des Erscheinens der älteren Fassung des finnischen Nationalepos beginnt der Auftritt von Reijo Kela und Heikki Laitinen mit eben jenen Zeilen. Zwei urfinnische Männer suchen männliche Mysterien in ihrer Zeit und der Vergangenheit.

Reijo Kela ist einer der Stars des zeitgenössischen Tanz in Finnland. Als Tänzer studierte er in New York bei Merce Cunningham, doch ist seine Kunst eher bei Performance und Construction Art anzusiedeln. In seinem bekannten Werk „City Man“ lebte und tanzte er 164 Tage in einem transparenten Würfel in Helsinkis Innenstadt. Die Themen seines unorthodoxen und überraschenden Werkes drehen sich um das nationale Selbstverständnis der Finnen, ihre kulturellen Mythen und das Individuum als Teil einer sich verändernden Gesellschaft.

Auf der Suche nach Verrücktem begleitet ihn Heikki Laitinen. In ihm vereinen sich viele Talente, er arbeitet als Musikforscher, Lehrer, Komponist, Musiker, Poet, Szenen- und Performancekünstler und ist als Meister der Improvisation legendär. Er war 1983 als erster Leiter des Folk Musik Departements an der Sibelius Akademie. Laitinen installiert das Improvisationsprinzip in der Folk Musik und sprengt damit heiter die Grenzen musikalischer Kategorien.

http://www.youtube.com/watch?v=pFPMIXpNmss

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