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The Savage Rose

Sie ist ganz einfach eine der allerstärksten Stimmen im Norden und überhaupt in der gesamten Rockgeschichte. Seit 1968 genießen Leadsängerin Annisette und ihre Band The Savage Rose in Skandinavien riesige Popularität, und Musikbegeisterte auf der ganzen Welt verehren sie. Stilistisch hat sich der Sound der dänischen Band durch die Jahrzehnte oft verändert. Die mitreißende Performance und der emotional packende Gesang von Annisette, humanistisches Engagement und Lieder, die den Respekt vor dem Zerbrechlichen einfordern, prägen jedoch durchgehend das gesamte Schaffen von The Savage Rose.

Im Hippiejahr 1968 debütierte die 7-köpfige Band live auf der großen Freilichtbühne des Kopenhagener Tivoli – und auf Schallplatte mit den klassischen Alben „The Savage Rose“ und „In The Plain“. Ihr psychodelischer Rock konnte ein wenig an Jefferson Airplane erinnern. Dazu mischten die aus der dänischen Komponisten/Musiker-Dynastie Koppel stammenden Brüder Anders und Thomas Spielweisen und Motive aus der klassischen Musik und nordischen Folklore, Bluesfeeling und Jazzmetrik. Größte Furore aber machte der Gesang der 18-jährigen Annisette Hansen. Mit exotisch wirkender Afromähne und „heiser girrender Kindfrau-Stimme“ (rororo-Rocklexikon) rief sie Vergleiche mit Julie Driscoll, Minnie Mouse, einer ‚granny voice’, Yoko Ono und Janis Joplin auf den Plan. Als Annisette dann auf den weiteren Alben (z.B. auf „Babylon“ mit Ben Webster, 1973) mit mächtiger Röhre auf Gospelart loslegte, schrieb Popkritik-Legende Lester Bangs vom Rolling Stone sogar, ihre Vokalkunst sei das „vorzügliche Destillat aller weiblichen Rockgesangs-Stile der 60er Jahre“.

Groß war die Kunst, aber klein die Ambition nach kommerziellem Erfolg. Nach europaweiten Tourneen und einem Auftritt beim Newport Jazz Festival bekannte sich Savage Rose mehr und mehr zu einer antikapitalistischen Haltung. Gegen Ende der 70er Jahre hatten sie einen radikalen Bruch mit dem Musik-Business vollzogen. Sie spielten für die Black Panther, auf PLO-Lagern, machten Albanien-Tourneen, traten für die Menschenrechte in der Türkei ein und auf, kämpften für die dänischen Gewerkschaften – und lebten von Sozialhilfe in der Laubenkolonie. Auch von der Studiomaschinerie verabschiedeten sie sich. Mit Akkordeon und Klampfe sangen sie nun unerschütterlich Protest- und Politsongs auf Dänisch und nahmen aus der ganzen Welt Revolutionshymnen ins Repertoire.

1992, nun war die Weltordnung eine andere, kam wieder ein Bruch. Das Album „Månebarn“ (Mondkind) brachte saftige Rockmusik zurück; statt politisch schwärmten die Songs jetzt poetisch. Annisette und Thomas ließen sich in Kalifornien nieder. Das in Hollywood von der Fusionjazz-Größe George Duke produzierte Album „Black Angel“ (1995) markiert den letzten großen Wandel – hin zu einer englischsprachigen souligen Popmusik, von smooth bis aufwühlend, wunderbar eingängig und dramatisch, ganz und gar zentriert auf Annisettes starke Persönlichkeit und ihren Gesang. Die letzte CD – von 21, und ein neues Album ist auf dem Weg – „Universal Daughter“ (2007) enthält darüber hinaus mehrere Latin Ballads mit spanischer Gitarre, ein wahrhaft universales Erlebnis!

Zum Nordischen Klang kommen The Savage Rose seit ganz, ganz langer Zeit wieder nach Deutschland für ein Exklusivkonzert. Bisher war Nina Hagen, die mehrmals mit Annisette aufgetreten ist, Savage Rose’s größter Fan hierzulande. Aber das wird sich nach Greifswald garantiert ändern.

http://www.thesavagerose.net/

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