Deutscher Nordlandtourismus um 1900
Seit Ende des 19. Jahrhunderts fuhr der deutsche Kaiser Wilhelm II. jährlich mit seinem Ausflugsdampfer und vielen Freunden an die Fjorde Norwegens. Die Landschaft und besonders die „tiefe“ nordische Mythologie hatte es den Männergesellschaften angetan; man hielt sich für die neue Wikingergeneration. Was der Kaiser sich gönnte, leisteten sich bald auch viele andere Gutsituierte. Es entwickelte sich ein wahrer Massentourismus nach Norwegen. Nicht nur die ewigen Eisgefilde, bewaldeten Berge, rauschenden Wasserfälle und faszinierenden Fjorde gehörten zu den Attraktionen, auch ein mögliches Treffen mit dem Kaiser lockte viele Deutsche auf die Luxusliner in den hohen Norden. Das Nordlandphantasma hinterließ viele Zeugen. Bei Vangsnes am Sognefjord wurde z.B. 1913 eine monumentale Statur des sagenhaften Königs Fridtjofs des Tapferen errichtet, ein Geschenk des Kaisers. Wahre Pilgerströme von Besuchern löste ein Nachbau einer Stabkirche von 1908 im Oberharz in Hahnenklee aus.
In einem anschaulichen Powerpoint-Vortrag präsentiert die Studentin Elisabeth Heigl das Thema ihrer Abschlussarbeit. Sie wurde in Worms, der Nibelungenstadt am Rhein, geboren. In Greifswald hat sie Geschichte und Skandinavistik mit Norwegisch als Hauptsprache studiert. In ihrem Vortrag werden die Wunschbilder, die die Deutschen um Norwegen aufgebaut haben, näher beleuchtet. Es soll auch die Frage geklärt werden, wie sich der heute selbstverständliche Norwegentourismus der Deutschen historisch entwickelt hat.
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