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Hanne Ørstavik

Seit einem knappen Jahr arbeitet die 35jährige Liv nun schon als Pastorin in einer kleinen Gemeinde in der Finnmark. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland war sie für einen Neubeginn ans „Ende der Welt“ zurückgekehrt. Jedoch holen sie die verdrängten Erinnerungen an den unerwarteten Selbstmord einer engen Freundin ein, als sich ein Mädchen in der Gemeinde das Leben nimmt. Bemüht um Worte des Trostes für die Eltern des Mädchens, überkommen die Pastorin Unsicherheit und Zweifel an der Sprache selbst. Wie kann es gelingen, einem Menschen wirklich nahe zu sein, ihn zu kennen, ihm zu vertrauen, wenn wir nichts haben als die Sprache, die uns zugleich verbindet und voneinander trennt? Hanne Ørstavik, geboren 1969 in der Finnmark, schreibt nicht einfach Bücher, um zu unterhalten. Aufgewachsen in einer Region, die gekennzeichnet ist durch die Konfrontation der Majoritätskultur Norwegens mit der samischen Urbevölkerung, ist sie sensibilisiert für die Sphäre des Zwischenmenschlichen. Als scharfsinnige Analytikerin der menschlichen Seelenlandschaft entfaltet die studierte Psychologin in ihren Büchern Räume, um essentiellen Fragen nachzugehen. Ihren Figuren ist die Sehnsucht nach Wahrheit, Bedeutung und Sicherheit in einer irritierenden Realität gemeinsam. Ausgezeichnet mit den bedeutendsten Literaturpreisen des Landes gehört Hanne Ørstavik zu den zentralen Gestalten der gegenwärtigen norwegischen Literaturszene. „Ich glaube, Bücher geben Zugang zu einem Raum, in dem man sich aufhalten kann, um etwas zu erforschen. Aber man muss sich darauf einlassen, hineinzugehen, um etwas herauszufinden.“

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