Die Welt der Sámi
Die Sámi in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der russischen Kola-Halbinsel blicken auf eine circa 10.000 Jahre alte Kultur zurück. Sie entwickelten die Kunst, im strengen arktischen Winter zu bestehen. Wie bei anderen indigenen Bevölkerungsgruppen steht im Mittelpunkt ihrer Weltanschauung die Natur, als deren integralen Bestandteil sie sich verstehen.
Die Sámi lebten ursprünglich als Nomaden vom Jagen und Fischen. Die Rentierzucht wurde ab dem 17. Jahrhundert zu einem zentralen Bestandteil ihres sozialen und kulturellen Lebens. Heute sind Sámi in fast allen Wirtschaftszweigen zu finden. Rechtlich sind sie in keinem der genannten Staaten Eigentümer ihrer Territorien. Ebenso wenig haben sie bis heute die Möglichkeit, auf politische Entscheidungen, die ihr Land und Leben betreffen, direkten Einfluss zu nehmen. Zwar gibt es in den Skandinavischen Staaten Sámi-Parlamente bzw. Sámi-Räte. Sie haben jedoch lediglich beratende Funktion.
Die Geschichte der Sámi ist von kolonialer Unterdrückung und Diskriminierung gekennzeichnet. Auf Sámi-Territorien werden Kraftwerke, Staudämme, Fabriken und Militärbasen errichtet. Die Sámi sind aber nicht nur einem Verdrängungswettbewerb um Land und Gewässer sondern auch der Tourismuswirtschaft ausgesetzt. Und sie erleben, dass ihre Kultur einerseits nicht anerkannt, und andererseits zur Folklore abgestempelt wird.
Die Greifswalder Skandinavistin Johanna Krümmling war 2008 Praktikantin im Sámi-Kulturzentrum Árran in einer der größten Sámi-Gemeinden am Tysfjord/Nordnorwegen. Dort erhielt sie Einblicke in Kultur, Religion und Arbeit des Sámi-Parlaments und setzte sich mit verschiedenen Auffassungen über die heutige Situation dieser indigenen Bevölkerungsgruppe auseinander.
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