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Schutz? Die norwegische Nationalparkpolitik und ihre Auswirkungen auf die Sámi

Weltweit werden Nationalparks mit dem Ziel eingerichtet, biologische Vielfalt für zukünftige Generationen zu bewahren. Zugrunde liegt das ökologische Gewissen einer urbanen Mehrheitsgesellschaft. Kritik gilt als moralisch verwerflich: Nationalparks können einfach nichts schlechtes sein! Dabei entstehen Nationalparks vor allem in peripheren Regionen und werden zum politischen Mittel, Herrschaft über die Lokalbevölkerung auszuüben.
So kam es beispielsweise in Afrika und Südostasien zu Vertreibungen von Angehörigen indigener Bevölkerungsgruppen. Auch in Norwegen ist die Einrichtung von Nationalparks mit der Beschneidung von Rechten der Sámi verbunden. So erschwert die Implementierung von Schutzstufen in den Nationalparks den für die Rentierwirtschaft notwendig gewordenen Gebrauch moderner Technologien wie Hubschrauber und Motorbikes, wodurch ihre weitere Entwicklung gefährdet ist. Die sámische Gemeinschaft sieht damit ihre Kultur und Existenz in Sápmi bedroht.
Der norwegische Sametingspräsident Egil Olli forderte inzwischen mehrfach, dass keine weiteren Nationalparks in Gebieten eingerichtet werden dürften, in denen Sámi siedeln. Die Eröffnungszeremonie des Lierne Nasjonalpark 2006, der Kronprinzessin Mette-Marit zugegen war, wurde von lokalen Sámi boykottiert.

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