Literatur aus Nordeuropa
Bereits zum dritten Mal fanden sich 2008 Studenten der Nordistik, Baltistik und Slawistik zusammen, um Kurzgeschichten aus den Ländern „ihrer“ Sprachen zu übersetzen und den meist unbekannten Autoren damit eine Plattform im deutschsprachigen Raum zu bieten. Thematisch ranken sich alle Geschichten um die Nacht und um das, was in ihr geschieht. Um das Erscheinen des Buches „Nachtwelten“ gebührend zu feiern, werden wieder skurrile, geheimnisvolle, melancholische und lustige Kurzgeschichten aus Nord- und Osteuropa gelesen, die so unterschiedlich sind, wie die Länder aus denen sie stammen.
In einem neuen Übersetzungsprojekt steht eine Novelle des Finnen Joonas Konstig, geboren 1977 in Helsinki, im Mittelpunkt. „Der Neue“ stammt aus Konstigs Erstlingswerk, der Novellensammlung „Die Geizigen und die Unschuldigen“. Die Kurzgeschichten beleuchten jeweils einen bestimmten Augenblick im Leben eines Menschen, in dem er sich beweisen, entscheiden muss. „Der Neue“ handelt von einem jungen Mann, der sich an seinem ersten Arbeitstag als Sicherheitsbeamter in einem Kaufhaus seinen kriminellen Kollegen ausgeliefert sieht. Die Situation stellt ihn vor die Wahl: Mitläufer oder Außenseiter?
Unter dem Stichwort Renga erhält das Publikum spannende Einblicke in ein Lyrikexperiment. Das Renga ist ein traditionelles japanisches Kettengedicht, das aus der Zusammenarbeit mehrerer Autoren erwächst. Dabei entfaltet sich das Gedicht im Wechselspiel von actio und reactio. LyrikerInnen aus Pommern und Schweden haben 2008 begonnen, im Ostseeblog gemeinsam ein Renga zu schreiben, dessen Teile jeweils ins Deutsche bzw. Schwedische übersetzt werden. Thematisch wird das Renga als Seismograph der minimalistischen Bewegungen und Veränderungen in der Natur gehandelt.
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