A Trip To Mars
Der Stummfilm „A Trip To Mars“ (Dän.: „Himmelskibet“; Das Himmelsschiff) ist ein Meilenstein des Science Fiction-Kinos. Seit Filmpionier Georges Méliès’ schnurriger 12-minütiger „Reise zum Mond“ von 1902 gehört die Weltraumtour zu den spektakulären Sujets der Lichtspielkunst und fordert visuelle Phantasie und extravagante Ausstattung heraus. Das gilt auch für den Streifen, den der dänische Regisseur Holger-Madsen 1918 für Nordisk Films Kompagni drehte. Deutlich fasziniert von der zeitgenössischen Luftfahrt bricht hier ein Zwischending aus Flugzeug und Luftschiff zum Mars auf. Klar kostet der lange Flug die dänische Mannschaft Nerven, und nicht alle an Bord haben sich im Griff. Nach überstandener Meuterei kommt dann aber doch der rote Planet in Sicht. Die Marsmenschen entpuppen sich als pazifistische Weihepriester-Gesellschaft, in deren heiligen Hallen man die Niedertracht nicht kennt – und auch nicht den Fleischverzehr. Und dank der Liebe eines Marsmädchens gelangt schließlich die Friedensbotschaft auch auf die Erde. Was vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs pathetisch ernst wirkte, erscheint heute als köstlicher Filmspaß.
Johannes Gebhardt wird am Klavier die Reise musikalisch illustrieren. Schon einmal hat er in Greifswald seine Kunst als Kinopianist erfindungsreich vorgestellt, als er zum Berlin-Klassiker „Menschen am Sonntag“ improvisierte. Den Dozenten am Institut für Kirchenmusik konnte man letztes Jahr zur Bachwoche mit den Goldberg-Variationen auf der Orgel (!) und auf den Eldenaer Jazz Evenings als Pianojazzer erleben. Diesmal ist er unser Commander auf dem Trip zum Mars!
Mit freundlicher Unterstützung von Nordisk Film A/S und Det Danske Filminstitut.
http://www.stomptokyo.com/badmoviereport/reviews/H/himmelskibbet.html
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