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Zugvögel

Jean Sibelius beobachtet während einer Familienfeier auf dem Anwesen Ainola die Ankunft der Schwäne. Inspiriert durch diesen Anblick beginnt er mit der Komposition seiner 8. Sinfonie. Aber noch in derselben Nacht ereilt ihn eine unerklärbare, schreckliche Vision, und er bricht die Arbeit an seinem neuen Werk ab. Während der nächsten zwölf Jahre gelingt es Sibelius trotz nächtelangen Schaffens nicht, die Sinfonie zu vollenden.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erzählt er seinem Sekretär Santeri Levas allerdings fantastische Dinge über sein neues Opus. Er tanzt sogar den dritten Satz (Scherzo) dirigierend auf dem Tisch.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs zwingen die Kriegstoten ihn in einem Traum, die Sinfonie, ein Werk über eines der grausigsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte, zu vollenden. Eine Vision von zwei „Zugvögeln“, die nach Hiroshima und Nagasaki fliegen, lässt Sibelius begreifen. Er widmet seine soeben vollendete „Achte“ den Toten, indem er sie den Weg gehen lässt, den die Toten gehen mussten: Er verbrennt die Skizzen der Partitur.
Dreißig Jahre wartete die Musikwelt auf die 8. Sinfonie, aber der finnische Komponist schwieg seit seinem zweiundsechzigsten Lebensjahr. Dreißig Jahre wartete der alternde Künstler auf die Wiederkehr der Zugvögel als Wiederkehr der Inspiration.

Mathias Husmanns Oper ist eine Hommage an Jean Sibelius und zugleich ein Requiem auf das Zwanzigste Jahrhundert. Mathias Husmann wurde 1948 in Hamburg geboren. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg führte ihn seine Karriere als Dirigent nach Darmstadt, Mannheim, Dortmund, Ulm und Magdeburg.
Seit 2002 ist er als Generalmusikdirektor am Theater Vorpommern tätig. 1998 begann er mit der Komposition seiner Oper „Zugvögel“ und 2000 beendete er das Werk.

http://www.theater-vorpommern.de/programm/index.phtml?showsingle-1261&sp=1
http://www.mathiashusmann.de/index1.htm

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