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Tangoting

Die Idee ist genial: Warum es beim traditionellen Tangorepertoire belassen, wenn doch so viele Songs der Popmusik das Zeug haben, als Tango interpretiert zu werden? Das fragten sich vier junge Norwegerinnen, die vor fünf Jahren im Weltmusikorchester der Universität Trondheim ihre gemeinsame Leidenschaft für den Tango entdeckten. Kristin Richstad Eriksen (Klavier), Sunniva Skjøstad Hovde (Akkordeon), Bodil Lunde Rørtveid (Gesang) und Ann Helen Stamnsve (Violine und Viola) gründeten das Quartett Tangoting, mit dem sie zunächst die klassischen argentinischen Tangolieder spielten. Doch bald schon begehrten bekannte Popsongs Einlaß ins Repertoire. Einige dieser Melodien, so sagen die Musikerinnen, fragten höflich darum, andere bettelten und flehten, wie ein Tango gespielt zu werden. Die Interpretationen verleihen den Songs Sentimiento und Dramatik des Tango-Genres. Im Repertoire finden sich so unterschiedliche Stücke wie Dolly Partons "Jolene", Kaizers Orchestras "Bris", Björks "Bachelorette", "You oughta know" von Alanis Morisette und Cole Porters "My heart belongs to Daddy", das Marilyn Monroe berühmt machte. Diese Songs klingen jetzt so, als wären sie direkt am Rio de la Plata entstanden, nur ist ihr Inhalt oft viel heiterer, wodurch ein lustiger Kontrast entsteht. Sie stehen Seite an Seite mit den Stücken der großen Meister wie Astor Piazzolla und Carlos Gardel, die par exellence das Glück und die Bitterkeit, die Sehnsucht und die Leidenschaftlichkeit des Tangos ausdrücken. Und dann hat Tangoting noch ganz genuin nordische Klassiker des Tangos von Evert Taube und Alf Prøysen auf Lager.


2008 - Orientation