



|

|
"Jeppe vom Berge"
Ludvig Holberg, der norwegisch-dänische Komödienklassiker, inspiriert von Commedia del arte und Molière, wird in Skandinavien viel gespielt. In Deutschland, wo Goethe und Schiller sich über ihn die Köpfe heiß gestritten haben, ist er so gut wie vergessen. Der Nordische Klang gibt ihm eine Plattform - wir haben Hedwig Golpon für den alten Dänen begeistern können, sie hat das Stück Jeppe vom Berge ausgewählt und mit dem Studententheater der Universität einstudiert. Holberg lehrte an der Universität Kopenhagen. Seine Komödien brachten ihm Ruhm und Verdienst. Die Studenten, die Professor Holberg als Schauspieler einsetzte, wurden von der Uni relegiert - Theaterspielen war eben anrüchig. Heute ist das anders, Gott sei Dank.
Hedwig Golpon schreibt über ihre Arbeit mit den Studenten:
"Wir dachten uns, wie wärīs mit einem Spektakel? Für uns ist Jeppe vom Berge mehr als eine Komödie. Es ist ein Volkstheater, ein derber Spaß. Ein politisches Kabinettstückchen, das unterhaltsam zeigt, wie ein Jux entgleisen kann.
Jeppe, das versoffene arme Bäuerlein. Zu feingliedrig für die Schufterei. Zu feinfühlig gegen die Schläge des Lebens und die seiner Frau. Er kann sich nicht zur Wehr setzen. Spielball des Schnapses und der Obrigkeit.
Aus der Gosse aufgesammelt, nur so zum Spaß herausgeputzt und raufgehievt auf des Herrn Barons Thron. Welch ein Gaudi! Welch ein blödes Gesicht! Immer höher wird er aufgebaut, der rote Teppich ausgerollt!
Schnell begreift er, das bäuerliche Schlitzohr, da ist eine Chance und er nutzt sie.
Wir haben Spaß an den Proben, der Ludwig Holberg regt uns kräftig an. Wir nehmen seinen Text und greifen tief hinein, das Leben darin zu finden und das, was uns heut noch an dieser alten Geschichte interessiert."

|
|
|