"Nach der Hochzeit" DK2007
Jacob leitet ein Waisenhaus in Indien, das vor der Pleite steht. Rettung verspricht die großzügige Spende eines dänischen Großindustriellen. Einzige Bedingung: Jacob muss das Geld persönlich abholen. Darum reist er nach 20 Jahren zum ersten Mal in seine dänische Heimat zurück. Dort lädt ihn Jørgen - so heißt der Spender - zur Hochzeit seiner Tochter ein. Auf dem Fest trifft Jacob Helene, mit der er damals nach Indien ausgewandert ist. Sie hatte ihn verlassen, als Jacob sie mit ihrer besten Freundin betrog. Nun ist sie Jørgens Frau. Dies bleibt aber nicht die einzige Überraschung. Schließlich wissen wir seit dem ersten Dogma-Film "Das Fest" von 1995, dass Familienfeiern in Dänemark es in sich haben…
Getragen wird "Nach der Hochzeit" von einem großartigen Schauspielerensemble, allen voran Mads Mikkelsen als Jacob. International bekannt wurde Mikkelsen durch die Rolle des Bösewichts im letzten "James Bond". Rolf Lassgård, Jacobs Counterpart in der Rolle des undurchsichtigen Geschäftsmannes Jørgen, hat sich als Kommissar der Henning-Mankell-Verfilmungen einen Namen gemacht hat. Regisseurin Susanne Bier spielt mit den Regeln des "Dogma"-Filmes. Sie kommt ihren Figuren sehr nahe, die Handlung vermittelt sich als ein unabänderlicher Fluss von Ereignissen, der alle und alles mitreißt.
"Nach der Hochzeit" gewann alle skandinavischen Filmpreise und wurde für den Oscar 2007 in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert, verlor aber gegen den deutschen Beitrag "Das Leben der Anderen".
