Ausstellung im Nordischen Institut mit Bildern und Texten von isländischen Milchkartons
Für die Isländer ist ihre Muttersprache - die älteste lebende germanische Sprache - ein überaus wichtiges Kulturgut, und so werden auf der Nordatlantikinsel vielfältige Maßnahmen ergriffen, sie zu bewahren und zu pflegen. Dazu gehört auch die Initiative zur Förderung des Isländischen, die von mehreren großen Molkereien des Landes, die sich zu Mjólkursamsalan (MS) zusammengeschlossen haben, seit 1995 geführt wird. Neben der Unterstützung von Tagungen und Konferenzen, Rundfunk- und Fernsehprogrammen, die sich dieses Themas annehmen, und der Vergabe von großzügigen Spenden und Stipendien hat vor allem eine Aktion dieses Unternehmens Breitenwirkung: Auf den Kartons für Frischmilch, Sauermilch, fettarmer H-Milch usw. platziert sie Hinweise zum korrekten Gebrauch der isländischen Sprache, häufig lustig bebildert, aber auch Ratschläge, die der Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten der Milchtrinker und/oder Leser dienen. Täglich gehen im Land rund 72.000 Milchkartons über den Ladentisch, sie stehen dann auf den Frühstückstischen der Familien und an den Arbeitsplätzen. Die größte Tageszeitung dagegen, "Morgunblašiš", hat eine Auflage von 55.000 Exemplaren - woran man ermessen kann, wie groß die Wirkung des Mediums Milchkarton ist.
Eine Ausstellung im Nordischen Institut zeigt einige der interessantesten Illustrationen und Aufschriften. Die isländischen Texte wurden von Greifswalder Skandinavistikstudenten ins Deutsche übersetzt.
