Mit einem Seehengst von Dänemark nach Irland
Wird der Zoologe durch diesen Titel verwirrt, kann der Mediävist aushelfen, denn er kennt den ‚Seehengst' als poetischen Begriff für Schiffe aus der nordischen Skaldendichtung.
Es geht also um ein Schiff, genauer um den Nachbau eines Wikinger-Langschiffes, das in einem dänischen Fjord ausgegraben wurde. Es erhielt den Namen "Seehengst" - auf dänisch ‚Havhingsten'. Es segelt in einem groß angelegten experimentalarchäologischen Projekt des Wikingerschiffsmuseums Roskilde zum Herkunftsort des Originalschiffes, nach Irland, und zurück. Die Reise soll vor allem Daten zu den Themen Seetüchtigkeit des rekonstruierten Schiffes und Organisation von Crew und Reise liefern. Archäologen, Historiker und Bootsbauer sind gespannt auf die Ergebnisse.
Umsetzen lässt sich solch ein Versuch nur mit einer Mannschaft, die für einige Wochen die Komfortschraube runterdreht, ihre Privatsphäre über Bord kippt und möglichst Spaß daran hat, auf einem offenen Schiff durch Nordeuropa zu segeln und zu rudern, ob es nun regnet oder die Sonne brezelt. Das äußerst schlanke, 30m lange Schiff bietet der 65köpfigen Crew pro Person etwa einen Quadratmeter. Da heißt es sparsam packen und die sozialen Kompetenzen pflegen.
Drei Jahre Vorbereitung dienten dem Trainieren des Segelns, Ruderns und Handhabens des Schiffes, der Erprobung organisatorischer und logistischer Strukturen an Bord und der Auswahl der Mannschaft. Crewmitglied Trixi Gülland schildert ihre Erfahrungen mit dem Segeln auf ‚Havhingsten' und der ersten Etappe der Versuchsreise 2007 anhand von Fotos und Videos.
