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Paul Brand
Paul Brand, Jahrgang 1941, ist vor vierzig Jahren von der Schweiz nach Norwegen ausgewandert und hat sich dort als Graphiker, Bildhauer, Maler, Photograph und Happening-Künstler etabliert. Er lebt in Oslo und unterrichtet an der Architekturhochschule Trondheim. In vielen norwegischen Städten stehen Skulpturen von ihm – wenn sie nicht aus Eis waren oder von ihm gleich wieder verbrannt wurden. Alle großen norwegischen Museen besitzen Werke von ihm. Auch die Farbe der norwegischen Eisenbahnen könnte von ihm bestimmt sein – aber nach einem Jahr aufwändigem Research im Auftrag von NSB, die sich neue, popige Farben wünschten, schlug Brand als Konklusion seines 100 Seiten starken Gutachtens zur Verblüffung aller vor, das schöne alte Braunrot zu behalten! Während seine Happenings und Installationen immer eher skurrile, anarchistische Aktionen sind, sind seine Bilder solide konstruktivistisch – vielleicht wirken dabei Schweizer Vorbilder wie etwa Max Bill nach. Paradox ist nicht nur der Kontrast zwischen Brands Happenings einerseits und seinen mit Zirkel und Lineal und nach Formeln erzeugten Bildern andererseits. Auch die Bilder, mit Titeln wie „Primzahlen“ oder „Magisches Quadrat“, sind in sich paradox, weil sie unlösbare mathematische Probleme in schöne Bilder umsetzen und damit etwas über das Zusammenspiel von Ratio und Intuition, Kalkulierbarkeit und Offenheit in der Welt und im Leben anschaulich machen. Sprachspielerisch und verschmitzt sagt Brand es so: „Ich hoffe, im Bereich von Sinn und Unsinn eine eigensinnige Sinnlosigkeit mit dem Sinn von Axiomen zu verweben.“

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