Hector Bingert &
Latin Lovers feat. Mikael Augustsson
Hector „Finito“ Bingert ist ein charmanter, ausgekochter
Gauner! Denn was er immer wieder stiehlt, das ist – die Show! Das war
am letzten Nordischen Klang nicht anders, als der uruguayische Musiker
die Sängerin Katrine Madsen begleitete. „Die stärksten Akzente setzte
jedoch Hector Bingert, der sich mit seinem Saxophon klanggewaltig in
die Herzen der Zuhörer spielte und für seine Soli den meisten Applaus
erntete“, schrieb damals Constantin Binder in der Ostsee-Zeitung. Kein
Wunder, denn dieser Saxsound läßt keinen unberührt. Der klingt satt und
mächtig in seinem ausholenden Ton und gleichzeitig knackig und
expressiv in seiner Wendigkeit. Nur noch Gato Barbieri („Der letzte
Tango in Paris“) kann derart Schmerz und Jubel zugleich im selben Klang
vereinen. Damit Señor Bingert nicht noch einmal jemanden die Show
stiehlt, bekommt er vom Nordischen Klang ganz einfach seine eigene.
Mit dem Latin Lovers Quartett, in dem neben seinem Sohn
Daniel am Baß auch Arnold Rodriguez am Klavier und Magnus Persson am
Schlagzeug mitwirken, spielt er allerfeinsten Latin Jazz, der ausgehend
vom afro-uruguayischen Candombe-Rhythmus z.B. Tango, Bossa, Samba und
Reggae aufgreift. Extra auf Wunsch des Nordischen Klangs wurde die Band
um Schwedens führenden Bandoneon-Spieler Mikael Augustsson erweitert.
Hector Bingert hat mit Künstlern wie Nat King Cole,
Sammy Davis Jr. und Stevie Wonder gespielt. Schon in den 60ern ließ er
sich in Schweden nieder, als er mit den legendären Lecuona Cuban Boys
auf Tournee war. In der Latin Lovers Big Band, die er zusammen mit
Daniel leitet, versammelt sich die Stockholmer Jazzelite. Und überhaupt
Vater und Sohn: die verstehen sich nicht nur in der Musik telepathisch,
sondern treten sogar unter ein und demselben Namen: Farozon (d.i.
Vatter-un-zohn) Bingert auf. Das komödiantische Hinundhergeschnacke der
beiden ist in Schweden kultiger Teil ihrer Konzerte geworden.
