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Mauricio Kagels Musikspektakel „Variété“

Seit einigen Jahren unterhält die Oper Malmö die sogenannte „Opernwerkstatt“, die sich mit ihrem Programm an Kinder und Jugendliche richtet. Einer der größten Erfolge bisher ist das „Musikspektakel Variété“ des gebürtigen Argentiniers und Professors für Neues Musiktheater an der Musikhochschule Köln, Mauricio Kagel. Die 70-minütige Vorführung wird bestritten von einem „Damenorchester“ unter der Leitung der Akkordeonistin Minna Weurlander, es spielen aber auch zwei Männer mit. Und anstatt Sänger stolpern zwei Clowns oder Zirkusartisten, Bert Gradin und Per Dahlström, auf der Bühne herum, denen alle Tricks aus der Mottenkiste des Varietés gelingen, ohne dass sie selbst es zu bemerken scheinen. „Variété“ machte bis jetzt in Malmö und auf Tourneen in Schweden und Dänemark stets auch den erwachsenen Besuchern riesig Spaß!

Kagel ist ein Parodist, Provokateur und Komiker in der Szene der Neuen Musik. Er collagiert Klassiktradition mit Jazzinstrumentarium, Elektronik und Alltagsgeräuschen und schreibt Stücke für 111 Radfahrer, oder „10 Märsche um den Sieg zu verfehlen. Sein „Tango Aléman“ wurde – kurz bevor Piazzolla das klassische Repertoire unterwanderte – im deutschen Konzertbetrieb als Sakrileg empfunden, während die Argentinier darin typisch deutsche Neue Musik sahen... Humor sei etwas sehr Ernstes, sagt er, der letztes Jahr fünfundsiebzig geworden ist, und: „Ich bin ein Klassiker“.

Für „Variété“ schrieb der Komponist alternativ alle möglichen Artisten vor, sogar Bauchredner, wenn sie nur nicht reden. Die Malmöer Inszenierung ist nicht nur skurril und schräg, sie ist auch sehr poetisch, weil sie gerade nicht – wie das Varieté sonst – das Sensationelle und Lärmige betont sondern Humor und Charme im Understatement sucht.



2007 © Marc Waschkau
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