Literatur aus Nordeuropa
Anläßlich der Auszeichnung des Nordischen Klangs im
Rahmen des Bundeswettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ findet im
Koeppenhaus ein vom Nordischen Institut der Universität veranstalteter
Literaturnachmittag statt, der sowohl auf die nordische
Literaturgeschichte als auch auf aktuelle Belletristik aus Nordeuropa
eingeht. In einer kurzen Präsentation wird zunächst Mitautor Frithjof
Strauß die unlängst von Jürg Glauser herausgegebene „Skandinavische
Literaturgeschichte“ (Metzler Verlag, Stuttgart) vorstellen; ein
Handbuch, mit dem seit langer Zeit wieder ein umfangreicher Überblick
über die Entwicklung der Dichtung im Norden vorliegt.
Im Anschluss geben Studierende des Nordischen Instituts und des Instituts für Baltistik
in einer Lesung eigener Übersetzungen anregende Einblicke in die
aktuellen Literaturszenen Nordeuropas. Junge, oft bereits
ausgezeichnete Debütanten aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland,
Litauen, Norwegen und Schweden wurden von den Studierenden mit
professioneller Unterstützung erstmalig ins Deutsche übertragen. In
diesen Texten werden absurde Geschichten über Menschen in
Krisensituation mit dem feinsinnigen und scharfzüngigen Humor des
Nordens erzählt: Eine Norwegerin stellt sich blind, um ihre
Flirtchancen zu erhöhen. Die Nabelschnur eines Neugeborenen ist
undurchtrennbar. Eine Finnin kann ihre Sprache erst lieben, nachdem sie
sich ein Jahr lang vor ihr in Berlin versteckt hat. Ein dänischer Junge
sucht seinen abgebrochenen Zahn in Kopenhagen. Ein junger Litauer
kämpft mit seinem störrischen Fernseher, ein anderer geht nach Amerika,
um sich dort die Geflügelpest zu holen, einer Lettin wird der Holzorden
verliehen.
Die Kurzgeschichten verbinden Witz und Tiefgang zu einem
erfrischenden Hörerlebnis und nehmen das Publikum auf eine Reise voll
kosmopolitischer Impressionen mit.
