Panama Quartet
Relaxter Jazz an einem Sonntagabend: der beste Start für
die folgende Woche der Nordischen Klänge. Das Panama Quartet besteht
aus vier Twentysomethings, die sich bei ihrem Studium an der Musiklinie
der Etelä Kymenlaakso Berufsfachschule kennengelernt haben. Die Schule
liegt in Hamina, und Hamina liegt unweit von Greifswalds finnischer
Partnerstadt Kotka, die mit dieser Combo die schönsten Frühlingsgrüße
von Küste zu Küste sendet.
Die Band zeichnet sich durch einen frischen, klaren,
harmonischen Sound aus. Ein Schlagzeuger ist nicht dabei, weil sie alle
vier sowieso swingen, was das Zeug hält. Jukka Haavisto am Baß streut
die tiefen Töne mit viel Drive aus, Ville Tolvanen legt am Klavier mit
perlendem Anschlag die Harmonien darüber und Jari Kankare läßt sein
Saxophon mit warmen, satten Klang fabulieren. Und dann ist da die
Sängerin Susanna Tikkanen mit einer kraftvollen Stimme, pfiffiger
Intonation und einem Timing, daß man dazu gleich mit den Fingern
mitschnippen möchte. Ein alter Jazzsong wie „Them there eyes“, den die
Band uns als Demo-Musik geschickt hat, bekommt in Panamas
Interpretation quicke Lebendigkeit: Ein geschwinder Walking Bass legt
los, das Klavier sprengselt Akkorde ein, Susanna Tikanen singt die
Verse mit dieser raffinierten Betonung zwischen Girlie-Eifer und der
Abgeklärtheit eines Vamp, und dann hebt Jari Kankare mit einem Solo wie
die großen Saxophonisten der Swing-Ära ab. Auch Lieder auf Finnisch
stehen auf dem Programm!
