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Abendmusik am Hofe Christians des IV. in Kopenhagen

Unter Christian IV. (1588-1648) gab es ein blühendes Musikleben in Dänemark, insbesondere am Kopenhagener Hof. Der König war bekannt dafür, daß er intensiven Kontakt zu Musikern auch international pflegte. Er verpflichtete ausländische Musiker an seinen Hof, und umgekehrt schickte er seine besten Musiker zu Studienzwecken ins Ausland.

In Christians Diensten stand von 1598-1606 John Dowland. Heinrich Schütz reiste mehrfach nach Kopenhagen; seine guten Beziehungen zum Dänischen Hof unterstrich er damit, daß er seine Symphoniae Sacrae, Secunda Pars dem Kronprinzen Christian, widmete. Auch Melchior Schild und Johann Schop wirkten am dänischen Hof.

Vorstellbar wäre es, daß sich auch der Pommersche Komponist Johann Vierdanck, Schüler von Heinrich Schütz, am Hofe hätte aufhalten können, auch wenn das historisch nicht zu belegen ist. Vierdanck war Kantor an der Marienkirche in Stralsund, seine Werke erschienen im Erstdruck in Greifswald.

Gabriel Voigtländer, Hoftrompeter aus Lübeck, war bei Kronprinz Christian in Diensten. Voigtländer verfasste eine barocke Liedsammlung: „Allerhand Oden vnnd Lieder“. Nach dem Parodie-Prinzip nahm er bereits existierende Melodien, auch von Kirchenliedern, und versah sie mit neuen, frivolen Texten.

Das Ensemble aurora maris besteht aus den Sopranistinnen Mechthild Kornow und Stefanie Hoppe sowie der Cembalistin Beata Seemann. Es wurde 2006 gegründet und widmet sich der Musik von Komponisten aus der Region. Die drei Musikerinnen unterrichten am Institut für Kirchenmusik der Universität Greifswald. Erweitert wird das Ensemble für die Abendmusik um zwei Barockviolinen, gespielt von Volker Mühlberg und Beatrix Hellhammer sowie einer Gambe, die von Waltraut Gumz traktiert wird.



2007 © Marc Waschkau
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