Corner String Quartet
plus Egil Kapstad, Nisse Sandström und Jan Erik Vold
Grieg galt es eigentlich als „unquartettmäßig“, sein
einziges Streichquartett. Aber gerade seine Schroffheiten, das
Schwanken zwischen eruptiver Gestik und melancholischer
Introvertiertheit machen es zu einer typischen Schöpfung Griegs. Das
Corner String Quartet aus Kristiansand wird auch Zeitgenössisches
spielen, die Fuge in f-moll des bedeutendsten norwegischen Komponisten
des 20. Jahrhunderts, Arne Nordheim, ein Violinsolostück von Ketil
Hvoslef – und eine Welturaufführung.
Mit letzterer verhält es sich so: Das Corner Quartet hat
ein Repertoire von Palestrina bis Metal Rock. Es arbeitet gerne mit dem
Komponisten Egil Kapstad zusammen. Dieser wiederum ist der bevorzugte
Pianist und musical director, wenn der Lyriker und Medienstar Jan Erik
Vold Jazz&Poetry-CDs aufnimmt oder Live-Auftritte in Clubs, Schulen
und an Festivals bestreitet. Walter Baumgartner ist Volds Übersetzer.
So entstand die Idee, Egil Kapstad ein Auftragswerk mit dem Titel „Der
Träumemacher sagte“ für den Nordischen Klang schreiben zu lassen. Es
wurde ein Werk für Streichquartett in zwölf Sätzen oder „Bildern“. Die
Klangfarben der Streicher geben Anstöße für die Gedichtrezitation, die
wiederum von Kapstads Klavier und den Tenorsax-Improvisationen Nisse
Sandströms kontrapunktisch unterstützt wird. „Volds Traumbilder bewegen
sich in einer Landschaft, die zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten
wechselt. Musik ist an sich abstrakt, aber ich versuche einzelne
konkrete Assoziationen hervorzurufen – einen Vogel, eine Landschaft,
einen Namen, ein Ereignis“, sagt Kapstad.
Jan Erik Vold, der wohl einflussreichste Lyriker und
Kulturdebattant der letzten 50 Jahre in Norwegen, ist bekannt als
virtuoser Rezitator. In Greifswald wird er zur Uraufführung von Egil
Kapstads Werk seine Gedichte in deutscher Sprache vortragen. Weitere
Aufführungen in Norwegen sind bereits gebucht.
