Timo Jakola - Les nuits de bohème



Donnerstag 1.5.
20:00 Uhr
Koeppenhaus

”Am Anfang war die Stadt dunkel und öde - dann kamen die Menschen, die Neonlichter und die Autos” - so lautet das Credo von Timo Jakola, von Beruf Rock-Maler, geboren 1957.
Es begann im Jahre 1967 am Vesijärvi-See im Süden Finnlands: Damals betrachtete der zehnjährige Timo die gerade zugefrorene Wasseroberfläche, in der sich die Lichter der nächsten Ortschaft spiegelten.

Die geheimnisvolle Szenerie nächtlicher Städte sollte später ebenso zu Jakolas künstlerischem Motiv werden wie die Rockmusik. In den 1990er Jahren schuf Jakola zu den Werken der Rockmusiker und -bands Hector, Juice Leskinen und Ultra Bra drei ”Rocklyrik-Ausstellungen”. Lange schon hatte er auch Aki Kaurismäki als seinen Seelenverwandten entdeckt: Die Reduziertheit des Schauspiels, der Dialoge, der Gesichtsausdrücke in Akis Filmen, die schläfrig-matte Stadt, das schmucklose Leben der Menschen empfindet Jakola als besonders malerisch. Sie sprechen wenig miteinander, aber ihre Schweigsamkeit und Gestik machen großen Eindruck auf ihn und er versucht dies in seinen Gemälden auszudrücken. ”Ich möchte als eine Art Regieassistent arbeiten: als unbeteiligter Beobachter, als Detailsucher.”

”Als ich damals von Aki die Erlaubnis bekam, die Ausstellung (Les nuits de Bohème) zu schaffen, gab es in meinem Leben fast nichts anderes mehr. Das können meine Frau und meine Freunde bezeugen. Die Frau habe ich noch, aber Freunde? Und diese Feststellung ist keine Filmszene ...”

Timo Jakola zeigt u.a. Gemälde zu den Filmen Schatten im Paradies, La vie de bohème, Ariel, Das Mädchen aus der Streichholzfabrik, Wolken ziehen vorüber und Der Mann ohne Vergangenheit. Jakola bedient sich bei seinen Bildern der Kreide, deren Millionen Farbtöne, die schwierige Fingertechnik und die strenge Farbkontrolle ihm als Perfektionisten sehr zupaß kommen.


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