Dokumentarfilm: "Endstation" IS (OmdtU)
Anschl. Gespräch mit dem Regisseur Ólafur Sveinsson


Freitag 9.5.
15:00 Uhr
Koeppenhaus

Hlemmur ist die zentrale Busstation von Reykjavík: Anlaufstelle für das soziale Elend der Stadt, für Alte, Kranke und Einsame - und deshalb auch der am meisten verachtete Ort der isländischen Hauptstadt.
Regisseur Ólafur Sveinsson hat es geschafft, die von Alkohol und Armut gezeichneten "Bewohner" Hlemmurs zum Reden zu bringen. Unerwartet offen geben sie Einblick in die Eintönigkeit ihres Daseins, äußern sich über Hoffnungslosigkeit, Sucht und Not. Ein nüchterner Blick auf die Randexistenzen der isländischen Gesellschaft. Obwohl die dokumentarische Kamera ihre objektive Sichtweise niemals verläßt, gelingt es dem Film, eine erschütternde Anklage gegen verschwiegene Mechanismen des modernen Zusammenlebens zu formulieren.

Regisseur Ólafur Sveinsson, Jahrgang 1960, studierte Literatur und Philosophie an der Universität von Island. Dort gründete er auch ein Theater. 1993 veröffentlichte er einen Prosaband. Als Abschlußarbeit seines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin drehte er den Dokumentarfilm "Nonstop" über die Stammgäste einer 24h-Stunden-Tankstelle in der deutschen Hauptstadt. "Endstation" ist sein zweiter Film über Reykjavík. Sveinsson lebt und arbeitet in Berlin und in der isländischen Hauptstadt.
(Nordische Filmtage Lübeck 2002)


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