"Ein spielender Mensch - Ingmar Bergman im Theater"
Vortrag von Henrik Sjögren S


Mittwoch 7.5.
18:30 Uhr
Volkshochschule

Als Filmregisseur ist Ingmar Bergman weltberühmt. Seine Filme werden immer wieder aufs Neue gezeigt, bewundert, kritisiert und analysiert. Weniger ist er als Mann des Theaters bekannt, doch seine 125 Inszenierungen sind ein ebenso wichtiger und umfassender Teil seines künstlerischen Schaffens wie Filme, TV-Produktionen und Hörspiele, wie sie ständig präsentiert und studiert werden können. Die Augenblickskunst des Theaters verschwindet, lebt aber dennoch im Kopf eines jeden Zuschauers weiter, flüchtige und schwer zu greifende Abdrücke und Eindrücke, mehr oder weniger deutlich gespiegelt und festgehalten in den Formulierungen der Rezensenten, die auch eine Art Augenblickskunst sind.

Henrik Sjögren sah 1945 zum ersten Mal eine Vorstellung Bergmans. Seit 1952 hat er die meisten von Bergmans Inszenierungen gesehen und rezensiert. 1968 schilderte er – mit Unterstützung anderer Theaterkritiker – in einem Buch Bergmans Theater von 1944 bis 1968. Auf Einladung Bergmans konnte er 1969 den Arbeiten an Büchners Woyzeck folgen und dokumentierte dies in einem Tagebuch.

Seit 1969 hat Bergman über 40 Aufsätze geschrieben, wovon 11 während seines Aufenthalts in München 1977 bis 1983 entstanden. In seinem Buch ”Lek och Raseri” gibt Sjögren einen Überblick über Bergmans Theater mit Schwerpunkt auf den von Bergman selbst übersetzten Dramen von Molière, Shakespeare, Ibsen und Strindberg. Er hat auch bisher unbeachtetes Material über Bergmans frühes Bühnenschaffen für das Amateur- und Studententheater herangezogen. Die 125 Inszenierungen erstrecken sich von 1938 bis 2002. Ebenso wie in seinem früheren Buch hat Sjögren in stundenlangen Interviews Bergmans eigene Erinnerungen und Kommentare zu seiner Arbeit und das Verhältnis zu Theaterkunst/Szenografie und Dramatik miteingebracht.


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