
 Sonntag 4.5. 20:00 Uhr Koeppenhaus |
Seit 1986 versucht die norwegische Theaterinitiative BAK-TRUPPEN (= Hinter-Truppe) nach Kräften die Theatergeschichte zu dekonstruieren, sie ist international aktiv und arbeitet viel auch in Deutschland.
Tone Avenstroup, Performance-Künstlerin und Lyrikerin, war Mitbegründerin dieser verrückten Clique, von der bereits früher ein Ableger die Besucher des Nordischen Klangs heilsam verwirrt hat: Řivind Berg. Tone Avenstroup lebt seit 1990 in Berlin und arbeitet von dieser Basis aus mit deutschen und norwegischen Künstlern verschiedenster Sparten, besser gesagt mit Spartengrenzensaboteuren, u.a. auch mit einer anderen alten Bekannten unseres Publikums, Liv Mette Larsen. Eine von Tone Avenstroups neueren Performances heißt ”Vineta” und beschäftigt sich mit der sagenumwobenen versunkenen Stadt vor unserer Küste.
Tone Avenstroup veröffentlichte Essays und Gedichte in Zeitschriften mit Namen wie ”Vagant”, und sie hat in Deutschland drei zweisprachige Gedichtbände veröffentlicht, mit schönen Titeln, die deutsch fast kurtschwitterisch klingen: ”splitterspleiß”, ”austertaumel”. Sie ist eine Frau, die in Norwegen und Deutschland überall dort mitmischt, wo Neues, Überraschendes, Aufregendes passiert, wo Grenzen zwischen Künstler und Publikum durchbrochen werden (Ihre BAK-TRUPPE hat z.B. spektakulär eine kunstfreie Zone in einem großen norwegischen Museum gefordert!).
Kein Wunder, daß das Koeppenhaus sie zum Nordischen Klang nach Greifswald holt, wo schon viele ihrer Gleichgesinnten Traditionen dekonstruiert haben. Oder Vorstellungen von Anglerglück. ”er hielt seine rute fest/ sie kroch nach krebsen”, wie es am Anfang eines ihrer Gedichte heißt. Unterstützt wird Tone Avenstroup bei ihrer Lesung von ihrem Übersetzer Bert Papenfuß-Gorek.
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