Øivind Hånes


Samstag 4.5.
21:00 Uhr
Penguin

Da ich mich nicht endgültig entscheiden kann, ob ich Musiker oder Schriftsteller bin, ist es für mich die natürlichste Sache der Welt, den Raum zwischen diesen beiden Ausdrucksformen zu erforschen. Wenn ich mich mit Musik beschäftige, vergesse ich nie, dass Musik auch eine Art von Text ist. Und umgekehrt: Texte sind gleichzeitig eine Art Musik. Wenn man das bedenkt, können überraschende Resultate entstehen.

Und in der Tat: Øivind Hånes' fünf Romane und zwei Novellensammlungen - das neuste Buch mit dem Titel "Permafrost" erschien 1998 und wurde ebenso wie "Amerikanische Landmaschinen" auch ins Deutsche übersetzt - lassen den Musiker erahnen. Sie sind stark rhythmisch, assoziationsreich und erinnern nicht selten an ein Musikstück, dessen Themen sich mit kleinen Variationen wiederholen.

Hånes verfügt als ausgebildeter Musikpädagoge zugleich über eine vielfältige Arbeits- und Berufserfahrung als Lehrer, Rektor einer Musikhochschule, Redakteur, Pianist und nicht zuletzt als Komponist. Er produzierte zahlreiche Platten u.a. mit The Jazz Police und Lobster Copter. Fragt man den Multikünstler nach seinen Interessen, so zählt er den Besuch von Pilzberaterseminaren, Olivengnocchi und stillgelegte Bahnhöfe dazu. Und der Vielseitigkeit nicht genug: er huldigte dem Cognac mit einem einschlägigem Sachbuch.

Für seinen Soloauftritt im "Penguin" verfaßte Øivind Hånes als Auftragsarbeit extra für den Nordischen Klang eine Reihe von Musik- und Textstücken, denen er den Gattungsnamen "Wasserphysik" gab. "Diese Stücke", so der Künstler, "werden in einem Grenzland schwimmen, im faszinierenden Raum zwischen Text und Musik: im Reich der Lautpoesie."


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