Autorenlesung und Diskussion mit Kaj Fölster "Hinter den sieben Bergen"
Deutsch-deutsche Entwicklung aus Sicht einer Schwedin


Dienstag 7.5.
18:00 Uhr
Volkshochschule

Die Soziologin und Schriftstellerin Kaj Fölster wurde 1936 als drittes Kind der international bekannten Politiker und Sozialwissenschaftler Alva und Gunnar Myrdal in Stockholm geboren. Sie ist eine Wanderin zwischen den Welten und versteht sich selbst als "Brückenbauerin" zwischen Schweden und Deutschland.
Das Studium der Sozialwissenschaften in Delhi, Stockholm und Göttingen, sowie Forschungsjahre an der Universität von Ife in Nigeria haben ihr nicht nur fachliche Kompetenz vermittelt, sondern sie auch sensibel gemacht für gesellschaftliche Veränderungen in ihrem Umfeld. Mehr als die Hälfte ihres Lebens hat Kaj Fölster in Deutschland verbracht. Schrittweise hat sie sich ihre neue Heimat erobert, Verbindungen zwischen dem alltäglichen Leben einer Frau in Deutschland und der gesellschaftlichen Wirklichkeit gezogen. Sie hat sich integriert und versucht, Entwicklungen unter anderem als Geschäftsführerin der AWO in Göttingen, als Frauenbeauftragte in Darmstadt und als Leiterin der Gruppe "Frauen und Gesellschaft" im hessischen Frauenministerium zu beeinflussen. Zurückgekehrt nach Schweden beschäftigt sie sich heute vor allem mit sozialpolitischen Fragen in Schweden und Deutschland.

In ihrem Buch "Hinter den sieben Bergen... Deutschlandbilder aus vier Jahrzehnten" beschreibt sie im Rückblick ihr wachsendes Verständnis und Engagement für das, was die Menschen in ihrer zunächst so fremden Heimat bewegt: Spätheimkehrer, Wirtschaftswunder und "eiserner Vorhang", Friedensarbeit, Familienrolle und Berufstätigkeit von Müttern, die "Wende", die neuen Konflikte zwischen Ost und West.
Faszinierend ist die Verbindung zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftskritischer Diskussion, ihre Sicht als Frau, Mutter, Berufstätige und Politikerin in Westdeutschland gespiegelt an der gesamtdeutschen Situation.


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