Autorenlesung mit Monika Fagerholm


Mittwoch 8.5.
19:00 Uhr
Stadtbibliothek
Hans Fallada

Ein Roman über die 1960er Jahre in Finnland. Eine zeitlose Träumerei über die Kindheit. Geschmeidig und raffiniert. Monika Fagerholms Erfolgsroman "Wunderbare Frauen am Wasser" (1995), der 1997 auch auf Deutsch erschien ist ein Buch, bei dem man zweimal hinschauen muß: der erste Blick gilt den Frauen Bella und Rosa - und deren Beschäftigung mit der Schönheit, dem Leben von Stars, La dolce Vita.
Sie und ihre Familien begegnen einander jedes Jahr in ihrem Sommerparadies. Bellas Sohn Thomas und Rosas rebellische Tochter Renée werden zu Verbündeten. Mit ihrer geschickten Art zu erzählen gelingt es der Autorin, uns eine Scheinwelt vorzutäuschen, die so gar nicht existiert. Denn "Wunderbare Frauen am Wasser" ist nicht nur ein Buch über unsere Träume. Zahlreiche Details lösen dieses Bild auf und stellen es in Frage. Die Idylle der Kindheitsabenteuer von Thomas und Renée kontrastiert frappierend mit Ehebruch, Verrat und Hilflosigkeit auf Seiten ihrer Eltern. Bella verlässt Mann und Sohn und auch Rosas Beziehung zu ihrer Tochter Renée ist gestört.
Was langsam beginnt - fast ist uns, als lägen auch wir am Wasser - beschleunigt sich unmerklich und endet unerwartet abrupt. In der Figur der Renée verdichtet sich das Motiv des Schiffbruchs unserer Träume. Als Jugendliche in den 70iger Jahren widmet sie sich ausgelassen den Eskapaden von Sex & Party. Am Ende ist sie tot.

Die der schwedischsprachigen Minderheit in Finnland angehörende Autorin Monika Fagerholm (geb. 1961) studierte Psychologie und Literaturwissenschaft. Sie arbeitete als Journalistin. Nach zwei Novellensammlungen brachte ihr "Wunderbare Frauen am Wasser" den durchschlagenden Erfolg. Dieser Roman ist inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt worden. Ein zweiter Roman ("Diva"; 1998) wurde für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.


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