Film: "Cool & crazy"


Mittwoch 8.5.
17:30 Uhr
Cinestar

Wie bricht man mit einem Dokumentarfilm über den Männerchor eines Fischerdorfes am Rande des Polarmeeres alle Publikumsrekorde?

Das ist das Geheimrezept von Regisseur Knut Erik Jensen, dem in "Cool & Crazy" (norw. "Heftig og begeistret") Norwegens Kinosensation des Jahres 2001 gelungen ist.
Von Anfang an ist klar, dies ist kein Film über Chorgesang, sondern über den Spaß am Leben trotz all seiner Härte. Brilliant inszeniert vor der atemberaubenden Naturkulisse auf 71° nördlicher Breite sieht man die 29 Männer und ihren vom Rollstuhl aus dirigierenden Leiter Odd Marino Frantzen bei glühender Mitternachtssonne Lieder schmettern oder mit windzerzaustem Haar und Eiszapfen an den Nasen - doch die Brust frohen Mutes! - gegen die Elemente ansingen, bis sie nach und nach im Schneesturm verschwinden.
Daheim in ihren Wohnzimmern oder auf feuchtfröhlicher Fahrt nach Murmansk erweisen sich die robusten Kerle mit ihren von Sturm und Gischt zerfurchten Gesichtern als echte Gefühlsmenschen mit Schalk im Nacken. Klischees vom öden Dasein in der sich entvölkernden Polarregion werden reihenweise über den Haufen geworfen, wenn die kuriosesten Typen vom drogenabhängigen Ex-Hippie bis zum treuherzigen Kommunisten,vom jungen Cafébesitzer bis zum stoisch-fröhlichen Chorältesten (96), ihre Lebensweisheiten über Kapitalismus und Kommunismus, Fisch und Frauen zum besten geben.
Überzeugend nutzt Jensen in seinem "Dokumusical" die Gesangstexte als Kommentar zu ihren Geschichten, als würden sie über sich selbst singen. Es sind die warme und doch respektvolle Nähe zu den einfachenMenschen und der herrliche Humor, wegen derer der Film mit Wim Wenders "Buena Vista Social Club" verglichen wurde. Eine witzige und ergreifende Liebeserklärung an das rauhe Leben im hohen Norden!
Anläßlich des Nordischen Klangs zeigt das Cinestar "Cool & Crazy" bereits vor dem offiziellen Kinostart in Deutschland.


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