Hans Caldaras & Alexandru Ensemble - Musik der Roma


Donnerstag 9.5.
21:00 Uhr
Penguin

Der Sänger Hans Caldaras kommt aus Schweden, aber seine Ursprünge liegen in der Kultur der Roma, die einst vor über tausend Jahren von Indien aus Richtung Europa zogen. Seine Vorfahren lebten in Rumänien und kamen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Russland. Am Ende des Jahrhunderts zogen sie nach Schweden, wo die Familie seither leben. Denn ein "fahrendes Volk", wie es das Klischee will, sind die etwa 8-10 Millionen auf der Welt lebenden Roma bei weitem nicht; 95 % sind seßhaft.

Roma-Musik gibt es nicht (genauso wenig wie Vorpommern-Musik!) oder anders gesagt: Roma-Musik ist jede Musik, die Angehörige der Roma spielen. Und als Lieferanten für lokale Tanz- und Festmusik sind sie über Jahrhunderte in den verschiedensten Mehrheitskulturen gefragt gewesen.

Hans Caldaras Musik spannt einen Bogen von südosteuropäischen Klängen bis hin zum Swing der Sinti (einer Teilgruppe der Roma). Zu den schwungvollen Rhythmen und einer bunten Mischung aus traditionellen russischen, rumänischen und jugoslawischen Melodien singt er auf Romani, das dem Sanskrit entstammt. Ihn begleitet dabei das Alexandru Ensemble, dessen Leiter, der roma-rumänische Violinvirtuose Marin Alexandru, der auf der ganzen Welt schon Erfolge mit dem Panflöten-Star Gheorghe Zamfir gefeiert hat.

Caldaras nutzt seine Kunst als ein Werkzeug, um bei Konzerten und in den Medien auf die Vielfältigkeit in der Gesellschaft aufmerksam zu machen und diese zu fördern. Er möchte Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit gegen Minoritäten bekämpfen und setzt sich für die Gleichberechtigung der Roma ein. Mit der Musik, die sich gerade aus der Synthese verschiedener ethnischer Traditionen speist, will der Sänger im Publikum die Lust erwecken, seine und andere Kulturen zu entdecken.

Das wird ihm gut gelingen, denn - so schreibt die schwedische Presse - seine Rhythmen bringen die Leute zum Tanzen, seine Liebeslieder die Luft zum Knistern.


zur Veranstaltungsübersicht