Sounds & Poetry
Jan Erik Vold & SISU N: "Kykelipang"
E. Ahvo/ S. Haavisto/ J. Linkola FIN: "Silta - Die Brücke"
Samstag 5.5.
20.00 Uhr

Penguin



Lyrik ist nicht unbedingt etwas, das von armen Poeten unter der Bettdecke im stillen und kalten Kämmerlein geschrieben und in entsprechenden Situationen von einsamen Kennern im Kerzenlicht gelesen wird. Sounds & Poetry ist am Nordischen Klang eine Institution geworden, die zu nächtlicher Stunde im Penguin Erstaunliches, Lustiges, Befremdendes, aber immer hochinteressantes zu Tage gefördert hat - gebräuchliche Etikettierungen greifen nicht, wenn Lyriker vor Jazzbands stehen oder mit DJs zusammenarbeiten oder einfach Noise Art produzieren.
Jan Erik Vold ist der bedeutendste und populärste Lyriker Norwegens, trotz seiner ständigen Provokationen neulich zum Ehrendoktor gekürt. Bekannt ist er nicht zuletzt von vielen Fernseh- und Liveauftritten mit Jan Garbarek und Egil Kapstad - er ist Weltspitze im Genre Jazz & Poetry, u.a. mit einer Platte mit Chet Baker. Am Nordischen Klang 1996 war er mit seiner eigenen Bebop Band in Greifswald. Dieses Jahr hat ihn der Nordische Klang mit einer Musikergruppe ganz anderer Art zusammengebracht - quasi ein Bestellungswerk! Vold läßt sich begleiten, besser, er interagiert bei uns mit dem renommierten norwegischen Schlagzeugtrio SISU.
SISU spielt nicht Jazz sondern zeitgenössische komponierte Musik, virtuos, laut und leise, und mit viel Humor. Umgeben von einem imponierenden Arsenal verschiedenster Schlaginstrumente inklusive Xylophone und Elektronik - schon rein optisch ein Erlebnis! - können sie auch schon mal aufgeblasenen Luftballons rhytmische Quitschtöne entlocken. Das passt zu der Lyrik aus dem parodistischen Buch Volds mit dem Titel "kykelipi". Der Titel ist eine Verballhornung von "Kickerkie". In der Inszenierung mit SISU wird das jetzt zu "Kykelipang"!
Pang!

Silta - Ein Lied kann eine Brücke sein. Das sagten sich auch die beiden Power- Frauen des finnischen Musiktheaters Eija Ahvo und Susanna Haavisto und stellten mit dem bekannten Komponisten, Pianisten und Bandleader Jukka Linkola ein mitreißendes Bühnenprogramm auf die Beine, daß sie Silta nennen, auf Deutsch: Die Brücke. Linkola schrieb Musik zu Lyrik von finnischen Autoren wie Liisa Ryömä, Ilpo Tiihonen, Niilo Rauhala, Arvo Turtiainen, ebenso zu Gedichten der finnlandschwedischen Modernistin Edith Södergran oder des berühmten türkischen Dichters Nazim Hikmet. Lyrik, die zwischen Buchseiten schlummert, wird in einer spritzigen Show zu neuem Leben erweckt. Die scharfsinnigen Texte über Freundschaft, Kraft, Angst, Haß und die Probleme und Freuden der ach so verschiedenen Menschen werden von Eija Ahvo und Susanna Haavisto mit ganz viel positiver Energie aufgeladen, die Melodien sind richtige Ohrwürmer. Kein Wunder, ist Jukka Linkola doch ein einmaliges Phänomen im finnischen Musikleben: Ein Komponist zeitgenössischer Musik mit neoklassizistischem Ideal, ein Theatermusiker, der von der Kommunikationskraft der Musik weiß, ein Jazz-Keyboarder, den man gerne Finnlands Antwort auf Joe Zawinul nennen möchte und überhaupt ein Mann, der keine Grenzen in Groove und Genre kennt. Mit seiner Band EQ verband er auf ihrem letzten Album "Libau" Jazz, Afro, Contemporary, Tango und Ambient Techno. Und auch in seinem Greifswalder Auftritt werden ungeahnte Brücken gebaut.
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