Sonntag 6.5. 11.30 Uhr
Gemäldegalerie
des
Pommerschen Landesmuseums

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Auch in der Gemäldegalerie des Pommerschen Landesmuseums ist der
Norden präsent. Der Kunsthistoriker Guntram Wilks lädt ein zur
Bildbetrachtung und anschließendem Gespräch über Gustav Adolf
Boenischs Gemälde "Norwegische Landschaft" (1833), das hier in der
Eingangshalle den Besuchern sofort auffällt.
Der aus Oberschlesien
stammende Künstler lernte in Dresden Caspar David Friedrich und Johan
Clausen Dahl kennen, wobei letzterer ihn vermutlich zu einer Reise nach
Schweden und Norwegen anregte. Dort entstand das Bild an einem
topographisch exakt nachweisbaren Ort, dem Lustrafjord.

Man sieht das von Bergen eingerahmte innere Ende des Fjordes.
Innerhalb dieser grandiosen Natur stellen ein Dorf im Hintergrund und
ein Reiter im Vordergrund die einzigen Spuren menschlicher Zivilisation
dar. Trotz dieser realistischen Landschaftsbeschreibung unter Einfluß
Dahls, verzichtet auch Boenisch nicht völlig auf romantisierende Effekte.
So entspricht der Bildvordergrund nicht der Realität, sondern wurde
vom Künstler eingeschoben, um eine dramatische Bildkomposition zu
erzielen. Wolken verdunkeln den Himmel, nur über dem Dorf bricht die
Sonne durch und taucht es in ein helles Licht. Gerade dieser Gegensatz
zwischen nüchterner Naturbeschreibung und dem Einfluss der
Spätromantik stellt den besonderen Reiz dieses Gemäldes dar. Hat
Boenisch allein das Sichtbare dargestellt, oder enthält das Bild
verschlüsselt auch eine tiefgründigere Botschaft?
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