| Jazz Nacht Karin Krog & John Surman N/GB Palle Mikkelborg Group DK/GB/Mali |
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| Dienstag 8.5. 21.00 Uhr Penguin ![]() |
Seit ihren ersten Auftritten in den frühen 60er Jahren gilt die Norwegerin
Karin Krog als eine der ganz großen Stimmen des europäischen Jazz, wenn
nicht gar die eigenständigste und hervorragendste. In ihrer Singweise klingen
sowohl Hipness wie Nachdenklichkeit an, aber auch eine liebenswürdige
Nonchalance, wenn sie die Worte eines Songs an einen imaginären Adressaten
richtet. Nicht zuletzt deshalb haben einige der bedeutendsten Saxophonisten
des modernen Jazz auf ihren Alben mitgewirkt. Jan Garbarek, Dexter Gordon,
Archie Shepp und Warne Marsh spielten an ihrer Seite großartige Solos. Mit
John Surman, einem weiteren stilprägenden Saxophonisten und gleichfalls
Keyboarder und Komponist, verbindet sie seit bald einem Vierteljahrhundert
eine rege Zusammenarbeit. Surman, der kürzlich von der Zeitschrift Jazz
Review zu einem der zehn wichtigsten britischen Jazzmusiker "of all times"
ernannt wurde, gehört zu den Schlüsselfiguren in einer Generation
europäischer Musiker, die den Horizont des gesamten Jazzgenres seit den 70er
Jahren erweiterten. Der Improvisator von Weltklasse beeindruckt am Sopran-
und Baritonsaxophon durch eine Kombination von fesselnder Vitalität,
klangschöner formaler Klarheit, technischer Brillanz und Spontaneität. Seine
Einspielungen (auf ECM - etwa mit Jack DeJohnette, Terje Rypdal oder eben
Karin Krog) lobt die Kritik regelmäßig aufs höchste. Eine besondere Rolle
spielen dabei die von ihm komponierten prägnanten und lyrischen Melodien,
inspiriert von englischer Volksmusik, die noch lange im Ohr bleiben. Mit
Karin Krog erprobte Surman schon früh die Möglichkeiten von elektronischen
Klangeffekten. Heutzutage sind die Zeiten vorbei - freut sich Surman -, in
denen er die meiste Zeit unter den Synthezisern herumkriechen mußte, um mit
Steckern und Kabeln zu hantieren, während seine Partnerin sich wacker durchs
Konzert schlug. Besucher der Eldenaer Jazzevening, denen Karin Krogs
Auftritt vor ein paar Jahren noch in guter Erinnerung ist - und auch alle
anderen -, dürfen sich freuen, denn jetzt können sie die Sängerin als
Duokünstlerin in der intensivsten und reifsten Stufe des musikalischen Dialogs
erleben. Übrigens hat sie 1974 mit Palle Mikkelborg, dem anderen nordischen
Star unserer Jazznacht, eine wunderschöne Platte aufgenommen: "You must
believe in spring", mit Songs von Michel Legrand.
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Am 2.April dieses Jahres bekam der dänische Trompeter, Komponist und Arrangeur Palle Mikkelborg in Oslo den Musikpreis des Nordischen Rates verliehen - das ist die größte Ehrung, mit der die Nordischen Länder ihre Musikschaffenden auszeichnen. Man würdigte damit ausdrücklich sein immer experimentierendes, improvisierendes, erneuerndes und suchendes Künstlertum in den unterschiedlichsten Musikgenres wie Jazz, Rock und Klassik. In seinen Konzerten wird der Zuhörer regelrecht verzaubert. Über den athmosphärischen Klanglandschaften der Syntheziser schwebt seine klare Trompetenstimme in weiten Bögen. Sie bricht in scharfe Attacken über dem Brodeln der Percussion aus. Und in zärtlichen Lyrizismen voller Sehnsucht und Zärtlichkeit interpretiert sein Flügelhorn Balladen von atemberaubender Schönheit. Gänsehaut garantiert! Eine wesentliche Inspirationsquelle für Mikkelborg ist Miles Davis, für den er 1984 die Suite "Aura" schrieb. Die von Mikkelborg geleitete Einspielung mit dem US-amerikanischen Trompeters und der Dänischen Radio Bigband gilt als Miles Davis' herausragendes künstlerisches Alterswerk. An Gil Evans, Duke Ellington oder auch an Charles Ives und Olivier Messiaen fasziniert Mikkelborg die Klangfarbenmalerei und der rhytmische Aufbau, was sich in seinen Arbeiten als Arrangeur und Komponist von zeitgenössischer Musik und Jazzwerken widerspiegelt. Seit Mitte der 60er Jahre ist er ein bedeutender Solist auf der internationalen Jazzszene. Das dokumentieren auch seine Aufnahmen mit Größen wie Dexter Gordon, Terje Rypdal, Jan Garbarek, Dino Saluzzi, Gary Peacock, Trilok Gurtu oder Abdullah Ibrahim. Seine letzte CD "Song... tread lightly" bewegt sich zwischen meditativen Klängen, Funk und Techno, kammerorchestralen Stimmungen sowie Jazzstandards von Kurt Weill und Billy Strayhorn - eine universale Fusion, die ebenso Platz für Afro Beats wie Irish Folk läßt. Nach Greifswald kommt Palle Mikkelborg mit seinem derzeitigen Quintett. Die gebürtige Waliserin Helen Davies spielte schon als Soloharfenistin des Irischen Radio Sinfonie Orchesters und an der Göteborger Oper. Der Bassplayer Moussa Diallo - seine Eltern stammen aus Mali und Dänemark - ist ein großer Name in der dänischen Rock-, Pop- und Weltmusik. Der gleichermaßen vielsaitige Gitarrist Mikkel Nordsų, und der Drummer Kim Menzer komplettieren die Gruppe. Ein Musikerlebnis der Spitzenklasse! |
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