"Dancer in the Dark" DK
Mittwoch 9.5.
17.30, 20.00 Uhr

Cinestar Filmpalast


- ist ein multilaterales Filmprojekt (Dänemark, Schweden, Finnland, Frankreich, USA), das Lars von Trier nach seinem großen Erfolg mit "Breaking the Waves" als letzten Part seiner "Golden Heart Trilogie" im vergangenen Jahr realisierte. Der Film ist ein cineastischer Leckerbissen, u.a. wegen der Besetzung der Hauptrollen mit dem isländischen Popstar Björk (alias Björk Gudmunsdottir) und der Grande Dame des französischen Kinos Catherine Deneuve. Lars von Trier, der Meister der Emotionalisierung, hat es gewagt, die Geschichte in die eskapistischste aller Filmformen, das Musical, einzupacken. Als Genre-Mix aus Musical und Melodram erzählt der Film sowohl von bedingungsloser Mutterliebe als auch von den sozialen und politischen Konflikten in den USA zu Beginn der 60er Jahre. Die junge Fabrikarbeiterin Selma, die aufgrund einer Erbkrankheit ihr Augenlicht verliert, spart für eine Operation, um ihrem Sohn das gleiche Schicksal zu ersparen. Als ein Freund bei einem Streit umkommt, wird sie unter Mordanklage gestellt und zum Tode verurteilt, da sie sich weigert, ein Schweigegelübde zu brechen und ihre Ersparnisse für einen Anwalt auszugeben. Gerade die große Leistung von Björk, die Selmas Schicksal laut von Trier nicht gespielt, sondern richtiggehend empfunden hat, macht "Dancer in the Dark" zu einem melodramatischen, radikal emotionalen Film, der streckenweise das mitleidende Einleben bis zum Anschlag spannt. Lars von Trier spielt so hemmungslos, gezielt und intelligent auf der Gefühlsorgel seines Publikums, daß diesem eigentlich nur zwei Möglichkeiten bleiben: begeistert jeden Widerstand aufzugeben oder aber die Manipulation empört zurückzuweisen.

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