Håkan Nesser
 
Håkan Nesser, auch in Deutschland ein Bestseller-Autor, hat bis jetzt acht Krimis herausgegeben, zwei weitere sind fertig und mit zehn Bänden soll die Serie abgeschlossen sein. Das ist ein diskreter Hinweis auf die zehn Bände mit Kommissar Beck von Sjöwall/Wahlöö, deren Tradition Henning Mankell und Håkan Nesser weiterführen und erneuern. Nesser ist überhaupt sehr verspielt. Van Veeteren klingt holländisch, aber so, wie er diesen Namen ausgesprochen haben will, bedeutet er im Schwedischen: „Der Teufel-Mag-Es-Wissen" - dieser Kommissar ist ein Antiheld; auch wenn ihm seine Kollegen grenzenlosen Spürsinn zutrauen, muß er es erleben, daß sein eigener Sohn Opfer eines Mörders wird. Verspielt ist auch die Erfindung des Schauplatzes Maardam und der Protagonisten mit den höchst merkwürdigen, erfundenen Namen, die andeuten, daß wir uns ebenso gut wie in Holland auch in Polen oder Norddeutschland befinden könnten. Ein Witzchen ist es deshalb, wenn in einem der Krimis die Entdeckung eines „nicht gerade häufigen Namens" im Telefonbuch die Ermittler auf die Spur des Täters führt. Nesser hat auch einen Roman außerhalb der Van Veteren Serie geschrieben, in dem nicht verraten wird, wer der Mörder ist. Die Leser sollen darüber rätseln, bis der Autor zehn (!) Jahre nach Erscheinen des Buches das Geheimnis lüften wird.

Ansonsten sind Nessers Krimis aber handfest genug: Bestialische Serienmorde, zu deren schließlichen Verhinderung in letzter Sekunde vorher oft dreißigjährige Vorgeschichten aufgerollt werden müssen. Es sind Polizeiromane, wobei die Mitglieder des Teams der Reihe nach jeweils im neuen Buch die Hauptrolle spielen dürfen - im neuesten eine Frau, Eva Moreno. Bei Nesser wie bei Unni Lindell haben die Detektive verwickelte Privat-, Sexual- und Familienleben, deren Spiegelung in den meistens durch verquere Erotik und kaputte Familienverhältnisse ausgelösten Verbrechen die schmale, aber von Nessers Detektiven tapfer verteidigte Grenze zwischen postmoderner Normalität und krimineller Perversität zur Debatte stellt.

Bevor Håkan Nesser am Donnerstagabend in der Stadtbibliothek Hans Fallada zusammen mit seiner norwegischen Kollegin Unni Lindell liest, wird er in einem Literaturseminar am Nordischen Institut über sein Werk diskutieren. Als besonderen Leckerbissen für Krimifreunde zeigt der Nordische Klang außerdem die schwedische TV-Verfilmung seines Romans „Det grovmaskiga nätet".

 

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Zuletzt geändert am 3. März 2000
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Donnerstag 11.5.
12.00 Uhr
Literaturseminar im
Nordischen Institut
16.00 Uhr
Film im
St. Spiritus
Lesung um 19.30 Uhr Stadtbibliothek Hans Fallada