Erlesene Liedkunst, interpretiert von zwei Giganten" jubelte der Musikrezensent
nach einem Konzert der Sopranistin Sirkku Wahlroos und des Pianisten Sampsa
Konttinen im schwedischen Eskilstuna. Diese begeisterte Pressestimme ist kein Einzelfall,
denn auf zahlreichen Liederabenden in Skandinavien hat das seit 1992 zusammenarbeitende
finnische Duo vorzügliche Kritiken erhalten.
Sirkku Wahlroos begann ihr Gesangsstudium am Konservatorium von Helsinki.
Ihre weitere solistische Ausbildung erhielt sie an der Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst in Wien. Sowohl als Lied- und Opernsängerin, als auch
als Oratoriumssolistin hat sie in vielen internationalen Projekten mitgewirkt.
Mit ihrem warmen Timbre, einem weichen Stimmcharakter und einer imponierenden
Sicherheit in den hohen Tonlagen gilt sie als ideale Mozartstimme. Als Liedsängerin
beeindruckt sie durch ihre gesangstechnische und spielerische Virtuosität, mit
der sie die Nuancen von Komposition und Text ausleuchtet.
Sampsa Konttinen studierte Klavier und Klaviervokalbegleitung am Konservatorium von
Kuopio, an der Sibelius-Akademie in Helsinki und an der Wiener Musikhochschule.
Konzertreisen und rege Lehrtätigkeit führten ihn nach Ungarn, Rumänien, Schweden,
in die deutschsprachigen Länder. Seit 1989 ist er vor allem in Jyväskylä als Dozent
für Klavier und Lied tätig.
Das Repertoire des Duos Sirkku Wahlroos - Sampsa Konttinen reicht von der Klassik
bis zur modernen Musik. Für das Greifswalder Konzert haben die beiden Künstler ein
skandinavisches Programm zusammengestellt, wobei der Schwerpunkt auf finnischen
Werken liegt. Zu Texten von Edith Södergran, Henrik Ibsen, Christian Richardt,
Hans Christian Andersen, Bo Bergman, Margarete Susman, Richard Dehmel und
Johan Ludvig Runeberg erklingen Liedkompositionen von Einojuhani Rautavaara (*1928),
Edvard Grieg (1834-1907), Ture Rangström (1884-1947) und Jean Sibelius (1865-1957).
Den Abschluß des Konzerts bildet der Zyklus „Metsärunoja" (Waldgedichte), eine
Vertonung aphoristischer Naturlyrik von Hannele Huovi durch den finnischen Komponisten
Kai Nieminen (*1953). Dieses Werk wurde 1993 von Wahlroos und Konttinen persönlich
uraufgeführt. Jetzt wird es zum erstenmal in Deutschland erklingen und Atmosphären
von Traum, Nacht, Wald, Kälte und Mythen im nordfinnischen Winter schildern. Nieminen,
der beim Konzert in der Aula anwesend sein wird, bezeichnet die spiel- und
gesangstechnisch intrikate Musik selbst als „eine Begegnung zwischen Belcanto
und der Expressivität Alban Bergs".
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Zuletzt geändert am 3. März 2000
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