A.R.S. featuring Ingvar Ambjørnsen
 
Die Sounds & Poetry-Nacht im Penguin, auf der traditionell gute Stimmung herrscht, stellt auch in diesem Jahr dreimal Dichtung auf der Reise durch höchst unterschiedliche musikalische Landschaften vor.

Den Anfang macht die Band A.R.S. der norwegischen Sängerin Anne Braathen, die mit den Texten ihres Landsmannes Ingvar Ambjørnsen in die atonalen Gefilde der spontanen Improvisation aufbricht. Ambjørnsen tauchte in den 70er Jahren aus der norwegischen Undergroundszene auf, schrieb derbe Stories aus kriminellen Milieus, bekam Kultstatus. Mit seinen Büchern über die sozialparanoide Figur Elling gelang ihm ein Geniestreich in der norwegischen Literatur des letzten Jahrzehnts. Durch seine Jugendbücher, Krimis und durch Romane wie „Weiße Nigger", „Das goldene Vakuum" oder „Die mechanische Frau" wurde der in Hamburg lebende Autor auch bei uns bestens bekannt.

A.R.S. nimmt sich Ambjørnsens surrealistische Kurzprosa aus späten Nachtstunden zum Ausgangsmaterial. Die Texte handeln von einer trivialen Welt ohne rechte Kausalität, mit ständig verfließenden Konturen. Mittendrin die Hauptfigur namens Bo, die man wegen ihrer permanenten Willkürschlüsse kaum als konkrete Person erfahren kann. „Lustig und fantastisch klingt es", sagt Ambjørnsen, „wenn Anne meine Worte nimmt und ihre Stimme wie ein Instrument einsetzt, um den beiden anderen Musikern zu antworten." Da werden sanfte Tonschichten gelegt, Hochenergiephasen aufgerissen, heftige Diskussionen geführt. Anne Braathen, Rolf Pifnitzka (Saxophone) und Stephan Kersting (Baß), alle mit langer (Free) Jazz-Praxis und großem Fundus an Ausdruckstechniken, haben so manches Wörtchen in Bo's Geschichten mitzureden.

 

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Zuletzt geändert am 3. März 2000
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Sonnabend 6.5.
21.00 Uhr
Theater im Penguin